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AndreaQuilling
Fachbereichsleiterin

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Agenda 21

 

Miteinander für eine lebenswerte Zukunft 

 

Die Agenda 21 von Rio - Was ist das?

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 unterzeichneten über 170 Staaten, darunter die Bundesrepublik Deutschland, die so genannte Agenda 21, ein Handlungsprogramm, das in 40 Kapiteln die wichtigsten Umwelt- und Entwicklungsprobleme des 21. Jahrhunderts benennt und Lösungsstrategien aufzeigt.Als Leitsatz internationaler Entwicklung gilt seit Rio der Begriff „Nachhaltigkeit”  oder auch „zukunftsbeständige Entwicklung”. Der Internationale Rat für kommunale Entwicklungsinitiativen (ICLEI) definierte 1997:

 „Zukunftsbeständige Entwicklung ist eine Entwicklung, dieökologische,

  • wirtschaftliche und soziale Grundbedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen einer Gemeinde befriedigt,
  • ohne dabei die natürlichen, gebauten und sozialen Systeme zu gefährden, auf denen die Grunddaseinsvorsorge beruht,
  • und ohne die Chancen für eine zukunftsbeständige Entwicklung in den übrigen Gemeinden der Welt zu gefährden.”

    

Lokale Agenda 21 - ein Auftrag an die Kommunen

Um das gesteckte Ziel einer zukunftsbeständigen Entwicklung zu erreichen, sind Anstrengungen auf allen Ebenen erforderlich - angefangen von internationalen Vereinbarungen bis hin zum Handeln im persönlichen Lebensbereich. Besondere Bedeutung kommt dabei den Kommunen zu. Sie werden in Kapitel 28 aufgefordert, in einen Dialog mit ihren Bürgern, örtlichen Organisationen und der Privatwirtschaft einzutreten und eine so genannte kommunale oder lokale Agenda 21 zu beschließen. Inhaltlich soll eine solche lokale Agenda 21 im Wesentlichen ein langfristiges kommunales Aktionsprogramm sein mit dem Ziel der zukunftsbeständigen Entwicklung. Die Agenda 21 von Rio sollte der übergeordnete Wegweiser bei der Formulierung eines eigenen, auf die lokalen Besonderheiten angepassten Leitbildes sein.
    

Lokale Agenda 21 in Neu-Isenburg - Was machen wir?

Für die Stadt Neu-Isenburg war die Entwicklung eines lokalen Handlungsprogramms in Zusammenarbeit mit ihren Bürgern und Bürgerinnen nicht Neues. Anfang der 90er Jahre war ein umfassendes Stadtmarketing durchgeführt worden, bei dem unter Einbeziehung möglichst vieler relevanter Gruppen und Akteure für verschiedene kommunale Handlungsbereiche ein Maßnahmenkatalog erarbeitet wurde. Die Herangehensweise war absolut vergleichbar mit  Lokalen Agenda21-Prozessen anderer Gemeinden  und konnte als Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft und Stadt gelten.
    Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet, wiederum in einen solchen Prozess – diesmal unter dem Namen „Lokale Agenda 21“ - einzusteigen. Vielmehr wurde 1999 eine interne Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Bürgermeister Quilling eingerichtet. Deren Aufgabe war es, an die vorhandenen Ansätze etwa aus dem Stadtmarketing anzuknüpfen und die Grundprinzipien der Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung dauerhaft im täglichen Handeln der Stadt zu verankern. Auf dieser Basis entwickelte die Arbeitsgruppe ein Leitbild für das Handeln der Stadt, das der Stadt, ihren Einrichtungen und Gesellschaften seither (2000) als langfristiger Orientierungsrahmen dient.

Vom Leitbild zum Handlungsprogramm

Ein Leitbild ist kein Selbstzweck, es muss mit Leben gefüllt werden. Die Verwaltung, die städtischen Gesellschaften und politischen Gremien sind daher gefordert, das Leitbild im eigenen Bereich anzuwenden. Viele Projekte der Stadt waren schon zu Beginn der Agenda21-Diskussion vorbildlich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, z. B.

  • Spielplatzgestaltung als Beteiligungsprojekte
  • Projekt ”Alt hilft Jung”
  • Bau von Niedrigenergiehäusern
  • Umweltfreundliche Beschaffung
  • Stadtmarketing
  • Langjährige Zusammenarbeit der Verwaltung mit Vertretern der lokalen Umweltverbände in der Arbeitsgruppe Umweltschutz

    

Dazu kamen im Laufe der Jahre weitere Maßnahmen und Projekte wie z. B.

  • Bildungszentrum Westend
  • Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute in Neu-Isenburg in Zusammenarbeit mit dem Kreis OF
  • Walderlebnisplatz im Heegwald in Kooperation mit dem Forstamt Langen
  • Projekt „Freilandlabor“ – Nutzung des ehemaligen Tierschutzgeländes im Rahmen des Biologieunterrichts in Kooperation mit der Brüder-Grimm-Schule
  • Regelmäßige Fahrradinspektionstouren mit dem ADFC
  • Photovoltaikanlage auf der Feuerwehr
  • Tag der Umwelt im Isenburgzentrum

 

Aktuell zu nennen sind etwa

  • Erweiterung des Naturschutzgebietes Bruch von Gravenbruch 2008
  • Entwicklung und Durchführung von Biotop verbessernden Maßnahmen im Fauna-Flora-Habitat „Erlenbachaue“ in Zusammenarbeit mit dem Amt für Regionalentwicklung und Landwirtschaft
  • Beteiligung an der europäischen Woche der Mobilität 2009
  • Projekte im Rahmen der Sozialen Stadt
  • Energieberichte und daraus abgeleitete Maßnahmen
  • Förderung des Radverkehrs

 

 

Wo bleibt die Bürgerbeteiligung?

Zahlreiche Menschen engagieren sich in Neu-Isenburg bereits in unterschiedlichen Bereichen. Vereine und Initiativen bzw. bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen, ist ein großes Anliegen der Stadt.  Die praktische Umsetzung kann von städtischer Seite z.B. erfolgen durch:
    

  • Durchführung von Beteiligungsprojekten
  • Anbieten von Diskussionsforen und Bürgergesprächen
  • Unterstützung und Vernetzung bestehender und neuer Initiativen


Als Beispiel für die praktische Unterstützung von Initiativen sei hier der Auftritt der Clownsschule Nicaragua - ein Projekt von Straßenkindern -  in Neu-Isenburg 2005 genannt.
 
Ein aktuelles Beispiel für bürgerschaftliches Engagement ist die Einrichtung des Weltladens Neu-Isenburg 2008, in dem faire Produkte angeboten werden. www.weltladen-neu-isenburg.de


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