Ein Fotoprojekt in Neu-Isenburg bringt Jugendliche, Geschäfte und Öffentlichkeit zusammen. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen mit Beeinträchtigungen und besonderen Stärken. Sie fotografieren gemeinsam, lernen und machen ihre Sicht auf die Stadt sichtbar.
Das Projekt knüpft an das Fotoprojekt im Herbst 2025 an. Damals startete unter der Leitung des international tätigen Fotografen Ferhat Bouda und den Projektentwicklern Birgit Schwarz-Hickey und Lenny Hickey sowie der Unterstützung von Lou Demmler, Förderschullehrerin der Janusz-Korczak-Schule Langen, ein Workshop-Format, das Jugendlichen neue Zugänge eröffnete und einen kreativen Raum zur persönlichen und künstlerischen Entfaltung vermittelte. Unterstützt wurde es vom Fotografie Forum Frankfurt.
Jetzt wird das Projekt in der Fußgängerzone/Bahnhofstraße fortgesetzt. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf der Porträtfotografie. Die 24 Teilnehmenden erkunden in den Osterferien täglich zwischen 10:00 Uhr und 15:30 Uhr, die lokalen Geschäfte in der Fußgängerzone und fotografieren die Inhaberinnen und Inhaber. Die ansässigen Geschäfte und Einrichtungen - darunter beispielsweise Feinkost Kümmerle, „selbstgemacht“, Galerie Tiberius, Tagesbar Cote d’Azur, der Weltladen sowie weitere - rücken dabei als Protagonisten in den Fokus.
Immer wieder treffen sich die Teilnehmenden für Besprechungen, Pausen und Mahlzeiten im Laden „selbstgemacht“ von Andrea Hermes. Im Anschluss an das Projekt sollen die Arbeiten ausgestellt werden, vielleicht sogar im Rahmen einer „Straßen-Galerie“.
An der Finanzierung des Projektes beteiligten sich die Stadt Neu-Isenburg mit 1.000 Euro und der Lions Club Neu-Isenburg mit 500 Euro.
„Die Fußgängerzone in der Bahnhofstraße wird zum Ort echter Begegnung. Das Projekt zeigt, wie Inklusion im Alltag sichtbar und erlebbar wird. Ich freue mich jetzt schon auf die angekündigte Ausstellung“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt.
„Inklusion entsteht nicht auf dem Papier, sondern im Alltag. Es bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das Projekt leistet einen wichtigen, gesellschaftlichen Beitrag“, sagt Pierre Fontaine, Dezernent für Inklusion und Barrierefreiheit (INK).
Dr. Stefanie Riedl, Präsidentin Lions Club: „Wir unterstützen das Projekt gerne, weil es Chancen eröffnet. Jugendliche zeigen ihre Perspektiven und bereichern das Leben in der Stadt.“
„Dieses Projekt soll bald als eingetragener Verein weitergeführt werden und ein breites Themenspektrum abdecken, da Erfolg und Notwendigkeit deutlich werden: Innerhalb kürzester Zeit ist die Zahl der Teilnehmenden von 8 auf 24 gestiegen. Sie kommen aus Neu-Isenburg, Langen, Dreieich und Dietzenbach. Denn auch das ist ein Ausdruck von Inklusion: dass wir unseren Blick nicht nur auf einen einzelnen Ort beschränken, sondern damit Grenzen überwinden“, sagt Birgit Schwarz-Hickey.




