Das Wohngebiet Birkengewann im Neu-Isenburger Osten, mitten in der Metropolregion FrankfurtRheinMain, hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Wohnquartier entwickelt. Entlang der Wohnbebauung befinden sich wertvolle Ausgleichsflächen, die einen wichtigen Beitrag für die Natur- und Artenvielfalt leisten.
Bereits bei der Entwicklung des Baugebietes wurden rund 20 Prozent der Flächen im Bebauungsplan (in der Darstellung farbig gekennzeichnet) als naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche festgesetzt.
Auch wenn Bäume und Sträucher angepflanzt wurden, Bänke an den Wegen aufgestellt wurden, ein großer Spielplatz angelegt wurde und auch ein Abschnitt der Regionalparkroute durch das Birkengewann verläuft - die begrünten Bereiche sind keine Freizeitflächen, sondern geschützte Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen.
Die Ausgleichsflächen schaffen Ersatzlebensräume für geschützte Tierarten, darunter die Zauneidechse, deren ursprünglicher Lebensraum durch die Bebauung teilweise verloren gegangen ist. Damit diese nicht beeinträchtigt werden, wurde ein Kernlebensraum für die Zauneidechsen definiert (im Plan gelb). Um diesen Naturraum deutlicher abzugrenzen und zu schützen, wurde eine einfache Holzbalkenbegrenzung errichtet. In den nächsten Wochen werden Informationstafeln aufgestellt, um die Bürgerinnen und Bürger über die Schutzziele der jeweiligen Fläche aufzuklären und die Akzeptanz für die Maßnahme zu erhöhen.
Auch wenn die begrünten Flächen auf den ersten Blick wie eine öffentliche Grünanlage aussehen und zur Freizeiterholung einladen, schadet ein zu starkes Bespielen dem eigentlichen Schutzzweck der empfindlichen Ausgleichsflächen. Häufiges Betreten, Trampelpfade, freilaufende Hunde, Fahrradfahren, Ballspielen und Müll schaden den dort lebenden Zauneidechsen und anderen Tieren und gefährden den Erfolg der Maßnahme. „Bitte bleiben Sie deshalb unbedingt auf den vorgesehenen Wegen und betreten Sie die Ausgleichsflächen nicht. Zauneidechsen sind wechselwarme Tiere, die eine hohe Strukturvielfalt benötigen. Verbuschte Bereiche oder Altgrasstreifen dienen als Rückzugsort, sandige Flächen zur Eiablage fördern die Vermehrung der Tiere, die Totholzhaufen laden zum Sonnenbaden ein. Werden diese Bereiche zu stark genutzt oder die Eiablageplätze verdichtet oder zerstört, wird dies zu einem Aussterben der ansässigen Population führen“, erklärt Dr. Ellen Pflug, die Biologin der Stadt.
„Mit den Ausgleichsflächen schaffen wir wertvolle Lebensräume für geschützte Arten mitten in der Stadt. Ihr Schutz gelingt nur, wenn wir alle die ausgewiesenen Wege nutzen und die Flächen respektieren. Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger um Rücksicht“, sagt Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.



