Wenn eine Schule neu gebaut wird, ist das eine logistische Herausforderung und setzt oft weit mehr in Bewegung als nur einen Umzug. In Neu-Isenburg hat der Neubau der Albert-Schweitzer-Schule durch den Kreis Offenbach ein umfangreiches organisatorisches Stühlerücken ausgelöst.
Mittlerweile ist die Albert-Schweitzer-Schule in ihr Interimsquartier umgezogen. In dem dreigeschossigen Gebäude in Holzmodulbauweise auf dem Schulhof der Brüder-Grimm-Schule befinden sich die Klassenräume der Schülerinnen und Schüler. Die Schulleitung, die Kindernachmittagsbetreuung und die Schulsozialarbeit wurden in dem ehemaligen Gebäude 2 der Brüder-Grimm-Schule bzw. der „Alten Goetheschule“, Hugenottenallee 83, untergebracht.
Für die bisherigen „Mieter“ der Alten Goetheschule, der Volkshochschule Neu-Isenburg e.V., dem Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, der Philharmonischen Gesellschaft e.V., die Kroatische Gemeinschaft Kroatien e.V. Neu-Isenburg und der Musikschule Neu-Isenburg e.V. hat die Stadt Neu-Isenburg in Absprache mit allen Vereinen neue Standorte gefunden, Räume renoviert, Umzüge koordiniert und Nutzungen neu organisiert.
„Für die Vereine und alle Beteiligten waren diese Umzüge eine große Herausforderung. Auch wenn es Umzugsunternehmen für den Transport gab, mussten doch die Kisten von den Vereinsmitgliedern ein- und ausgepackt werden. Es war eine echte Gemeinschaftsleistung und ist dem Zusammenspiel aller Akteure zu verdanken, insbesondere dem Kreis Offenbach, Koreal, unseren Fachbereichen Hochbau und Liegenschaften sowie den zahlreichen Vereinsmitgliedern. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit“, sagt Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.
Dem vorausgegangen war eine umfangreiche organisatorische und logistische Vorbereitung. In enger Abstimmung zwischen der Stadt Neu-Isenburg und dem Kreis Offenbach als Schulträger wurden gemeinsam Lösungen entwickelt, damit sowohl der Schulbetrieb als auch die bisherigen Nutzungen der Vereine gesichert werden konnten. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Vereine musste Rechnung getragen werden, beispielsweise war die zentrale Lage und die Barrierefreiheit ein wichtiges Thema für den VdK: Die Philharmonische Gesellschaft benötigte einen großen Probenraum und die Musikschule viele kleine Räume. Bereits 2024 wurden die Vereine informiert und gemeinsam viele Räume in der Stadt besichtigt.
Auch der Umzug war herausfordernd, beispielsweise mussten vertrauliche Akten datensicher oder Streichinstrumente und Klaviere trocken zwischengelagert werden.
Das Ergebnis hat alle Erwartungen übertroffen und alle Beteiligten freuen sich über ihre neuen Quartiere:
Die ehemalige Freizeitvilla wurde zur „Musikvilla“. Die postalische Adresse „Richard-Wagner-Straße 2“ hätte nicht passender sein können. Hier sind die Philharmonischen Gesellschaft e.V. und die Musikschule untergebracht. Die Räume wurden freundlich und hell in Papyrus weiß gestrichen und sogar eine Schallschutztür eingezogen. In den vielen kleinen Zimmern befinden sich nun auf einer Ebene die Unterrichtsräume der Musikschule. Der große Probenraum wird gemeinsam genutzt. Wer sich die neuen Räume in der Musikvilla anschauen möchte, kann am Samstag, 30. Mai, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr, zum Tag der offenen Tür kommen. Die Musikschule und die Philharmonische Gesellschaft bieten offene Proben und kleine Konzerte an. Es können Instrumente ausprobiert werden und die Instrumentallehrkräfte der Musikschule stehen für Beratungsgespräche zur Verfügung.
Gleich nebenan, in der Eichendorffstraße 1, dem ehemaligen Haus 1 der Albert-Schweitzer-Schule, ist der VdK eingezogen. Die hellen, großen Räume wurden bereits liebevoll eingerichtet. Nur noch die barrierefreie Rampe auf der Rückseite des Gebäudes wird von der Stadt in den nächsten Wochen eingebaut. Auch die Kursräume der vhs befinden sich in dem Gebäude.
Die Kroatische Gemeinschaft Neu-Isenburg e.V. wurde im Haus der Vereine in der Offenbacher Straße untergebracht, im ehemaligen Raum der Spielvereinigung 03.
Die Kosten für den Umzug der Vereine trägt der Kreis Offenbach. Die Renovierung der Räumlichkeiten in der Albert-Schweitzer-Schule werden anteilig auf den Kreis Offenbach und die Stadt Neu-Isenburg verteilt, die Kosten für die Freizeitvilla und das Haus der Vereine trägt die Stadt Neu-Isenburg. Die Schlussrechnung liegt noch nicht vor.


