Wo zeigt sich Antisemitismus in der Geschichte, welche Formen kann er annehmen und wie begegnet er uns heute? Mit diesen Fragen beschäftigten sich zwei neunte Klassen der Brüder-Grimm-Schule. Durchgeführt wurde die Bildungseinheit „Antisemitismus im Wandel der Zeit“ von der Schulsozialarbeit des Fachbereichs Jugendförderung und Schulsozialarbeit der Stadt Neu-Isenburg.
Zu Beginn erhielten die Schüler und Schülerinnen einen Einblick in die Geschichte des Judentums. Anhand eines Zeitstrahls ordneten sie wichtige historische Ereignisse ein und setzten sich mit jüdischem Leben, aber auch mit wiederkehrenden Phasen von Ausgrenzung und Verfolgung auseinander. Anschließend ging es um unterschiedliche Formen und grundlegende Denkstrukturen des Antisemitismus, beispielsweise Verschwörungserzählungen, vereinfachendes Gut-Böse-Denken oder die Suche nach vermeintlich Schuldigen für komplexe gesellschaftliche Probleme.
Besonders kreativ wurde es in der Gruppenarbeit: Die Jugendlichen beschäftigten sich mit jeweils einem Merkmal des Antisemitismus und gestalteten dazu eigene Posts oder kurze Videos. Dieser Teil wurde von den Schülern und Schülerinnen besonders gut angenommen. Auch das anschließende Kahoot-Quiz zu Judentum und Antisemitismus sorgte für viel Beteiligung.
Für viele Schüler und Schülerinnen war das Thema weitgehend neu. Einige brachten bereits Vorkenntnisse zum Nationalsozialismus und zur Shoah mit. Insgesamt zeigten beide Klassen großes Interesse und beteiligten sich engagiert an den Übungen.
Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit Antisemitismus: „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Umso wichtiger ist es, junge Menschen früh dafür zu sensibilisieren, Vorurteile und antisemitische Denkmuster zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Schule und Schulsozialarbeit leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander und zur Stärkung unserer demokratischen Gesellschaft.“
Aus schulischer Sicht betont auch Schulleiter Jan Redmann die Relevanz des Projekttages. Er sagt hierzu: „Ihr habt euch mit einem wichtigen Thema beschäftigt, das leider nicht nur die Vergangenheit betrifft. Antisemitismus zeigt sich auch heute noch in unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, Vorurteile zu erkennen, Geschichte zu verstehen und für Respekt und Menschenwürde einzustehen. Ich danke allen Lernenden für die konstruktive Mitarbeit, eure Gespräche untereinander und eure Offenheit für diese Thematik sowie der Schulsozialarbeit für die Organisation und Durchführung.“
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf Antisemitismus in der Gegenwart und auf die Perspektive von Betroffenen. Außerdem wurde darüber gesprochen, wie antisemitische Aussagen und Situationen erkannt werden können und welche Möglichkeiten es gibt, im eigenen Alltag Haltung zu zeigen, nicht einfach mitzumachen und Betroffene zu unterstützen.



