Als ein Denkmal gegen das Vergessen gilt die noch gut erhaltene Flakstellung in der Ostgemarkung. Unter dem Titel „Die ehemalige Flakstellung in der Neu-Isenburger Ostgemarkung – Relikt und Kulturdenkmal“ bietet der Heimatforscher Dr. Wilhelm Ott, eine Führung am Sonntag, 6. September, von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr, an.
Die Veranstaltung wurde vom Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg e.V. (GHK) initiiert und wird in Kooperation mit der Stadt Neu-Isenburg durchgeführt. Eingeladen sind alle geschichtlich interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Eine Anmeldung per E-Mail an die Pressestelle der Stadt Neu-Isenburg oder telefonisch 06102 241-703 ist erforderlich. Treffpunkt ist direkt an der Flakstellung. Man erreicht die Stellung zu Fuß über die Straße An den Grundwiesen direkt nach der Erlenbachbrücke auf dem Weg nach rechts. Der Weg ist nicht barrierefrei. Die Teilnahme an der Veranstaltung erfolgt auf eigene Gefahr. Parkmöglichkeiten sind nicht vorhanden.
Der Heimatforscher Dr. Wilhelm Ott wird die Anlage vor Ort erläutern, ihre Funktion erklären und sie in den historischen Zusammenhang des Kriegsgeschehens einordnen. Während des Zweiten Weltkrieges entstand zur Luftverteidigung Frankfurts auf Neu- Isenburger Gemarkungsgebiet eine sogenannte Großkampfbatterie, die aus drei Einzelbatterien mit jeweils sechs kreisförmig angeordneten Geschützstellungen bestand. Ausgestattet waren diese mit 8,8-cm Flugabwehrkanonen.
Am 29. Januar 1944 wurde eine der Stellungen bei einem Luftangriff von einer Fliegerbombe getroffen. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben, darunter fünf jugendliche Luftwaffenhelfer.
Nach Kriegsende wurden die meisten Flakstellungen gesprengt und beseitigt. Von einigen sind heute nur noch überwachsene Ruinen erhalten. Eine der Geschützstellungen blieb jedoch nahezu unversehrt.
Nach Prüfung durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen zählt diese Flakstellung in der Ostgemarkung zu den am besten erhaltenen militärischen Relikten ihrer Art in Hessen. Sie ist aus geschichtlichen und technischen Gründen als Kulturdenkmal gemäß § 2 Abs. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz in das Denkmalschutzverzeichnis aufgenommen worden.
Dr. Wilhelm Ott hat gemeinsam mit dem GHK Vorstandsmitglied Dr. Ferdinand Stegbauer die Flakstellungen in der Ostgemarkung dokumentiert und die Hintergründe recherchiert. Die Ergebnisse wurden in der GHK-Broschüre „Die ehemaligen Flakstellungen in der Neu-Isenburger Ostgemarkung – eine Dokumentation gegen das Vergessen“ veröffentlicht. Die Publikation ist im Buchhandel „buch78“ (Frankfurter Straße 78) zum Selbstkostenpreis von 15 Euro erhältlich. Auch vor Ort können im Anschluss an die Führung am 6. September, Exemplare gegen Barzahlung erworben werden.
Heimatkundliche Aktivitäten von Wilhelm Ott mit Bezug auf Neu-Isenburg
- Publikation eines Bandes der Isenburger Facetten „Grenzen und Grenzsteine der Neu-Isenburger Gemarkungen“ (Öffnet in einem neuen Tab) (Link zu einer Vortragspräsentation).
- Mitautor der GHK-Broschüre „Die ehemaligen Flakstellungen in der Neu-Isenburger Ostgemarkung“ (Öffnet in einem neuen Tab)(mit Link zu einem Dokumentarfilm).
- Der DreyEicher Grenzweg, (Öffnet in einem neuen Tab) ein Kooperationsprojekt der Geschichtsvereine von Sprendlingen, Dreieichenhain, Langen, Buchschlag und Neu-Isenburg.
- Dokumentation eines Weltkriegsbunkers bei Zeppelinheim. (Öffnet in einem neuen Tab)
- Entdeckung von temporären Gleisanlagen (Öffnet in einem neuen Tab) im Neu-Isenburger Wald.
- Beschreibung des Vierherrentisch bei Zeppelinheim (Öffnet in einem neuen Tab)und dessen Geschichte.
- Beschreibung der Kaisersteinen bei Zeppelinheim und Walldorf (Öffnet in einem neuen Tab).
- Präzisionsmessung des kleinen Ysenburger Fußes (Öffnet in einem neuen Tab).
- Initiierung des Grenzstein-Lapidariums (Öffnet in einem neuen Tab)im Hof des Hauses zum Löwen.
- Ersatz des Hölzernen Kreuzes (Öffnet in einem neuen Tab) nach dessen Zerstörung durch Vandalen.
- Die Karte des Geometer Nicks (Öffnet in einem neuen Tab) aus 1761 mit der ysemburger Terminey.
Für seine Verdienste um die Neu-Isenburger Lokalgeschichte wurde Wilhelm Ott am 24. Juli 2021 mit der Hugenottenmedaille ausgezeichnet.




