Stadt Neu Isenburg

Rathaus und Service

Musikalische Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennung am 24. Juni 1933

Am 24. Juni 1933 fand auf dem Wilhelmsplatz eine von der Neu-Isenburger NSDAP organisierte Bücherverbrennung statt. Wie in vielen anderen Städten wurde im Namen des Nationalsozialismus aufgerufen, Werke von jüdischen, liberalen, kommunistischen oder sozialkritischen Autor*innen öffentlichkeitswirksam zu vernichten.

Auch Bürger*innen in Neu-Isenburg beteiligten sich am 24. Juni 1933 an den Verbrennungen. Heute erinnert eine Gedenktafel am Haus der Vereine an die Geschehnisse auf dem Wilhelmsplatz. Mehr als 90 Jahre später mahnt dieses Ereignis immer noch, dass mit aller Kraft für die Freiheit des Denkens und der Kultur in einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft eingetreten werden muss. Aus diesem Anlass luden Stadtbibliothek Neu-Isenburg, Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim und Musikschule Neu-Isenburg zu einer musikalischen Lesung ein.

Begrüßt wurden die Anwesenden zunächst durch Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein. Die Veranstaltung begann wie gewohnt mit einer Kranzniederlegung vor dem Haus der Vereine, an dem seit 10 Jahren eine Gedenktafel angebracht ist. 

Das Hauptprogramm selbst fand im Anschluss in den Räumen der ehemaligen Freizeitvilla statt, die heute von der Musikschule genutzt wird. Unter dem Titel „Wir haben keine andere Zeit als diese ...“ erweckten Carola Moritz und das Ensemble TRIAS mit ihrer musikalischen Lesung die vielseitige Lyrik der deutsch-jüdischen Autorin Mascha Kaléko zum Leben. Das Programm bestand aus einer lebhaften Mischung aus nachdenklich und humorvoll stimmenden Sprechpassagen (C. Moritz) und einer Soundcollage aus Klavier-, Cello- und Saxofon-Musik. Das Ensemble TRIAS besteht aus Susanne Resch (Saxophon, Flöte), Gabriele Stenger-Stein (Piano) und Gunilda Wörner (Cello).

Trotz der hohen Temperaturen waren die Stühle im Veranstaltungsraum bis auf den letzten Platz belegt und gut 50 Besucher*innen trotzten den tropisch anmutenden Temperaturen. Begleitet wurde das Ganze mit einem Büchertisch zu Werken von und zu Mascha Kaléko. Zum Abschluss gaben die Künstler*innen noch eine improvisierte Zugabe mit einen vom Publikum ausgewählten Gedicht von Kaléko.

Über Mascha Kaléko

Im Berlin der 30er Jahre war Mascha Kaléko (1907-1975) ein aufstrebender Star der Literaturszene und wurde in einem Atemzug mit Erich Kästner und Kurt Tucholsky genannt. Als Golda Malka in Galizien geboren, erst in Frankfurt, später in Marburg und schließlich in Berlin aufgewachsen, machte sie sich als junge „moderne“, literarisch begabte Frau mit ihren Gedichten rasch einen Namen. In der NS-Zeit ins Exil gezwungen: Zuerst in Amerika mit ihrem zweiten Mann und Sohn, dann in Israel lebend, wo sie künstlerisch wie menschlich nicht wirklich heimisch werden konnte. So wurde ihre Lyrik erst spät wiederentdeckt, mit wachsendem Erfolg auch in Deutschland. Kalékos humorvoll-freche wie melancholische Texte sind zeitlos modern, nun wieder populär und vielfach gelesen wie publiziert.

Kontakt Stadtbibliothek (Öffnet in einem neuen Tab), Frankfurter Straße 124, Neu-Isenburg
Kontakt Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim (Öffnet in einem neuen Tab):

Auch interessant

Plakat Ankündigung
Stadtbibliothek Neu-Isenburg

"Wir haben keine andere Zeit als diese..."

Musikalische Lesung mit Carola Moritz und dem Ensemble TRIAS zum Gedenktag zur Bücherverbrennung am 24. Juni
Aktionen auf dieser Seite:
Plakat zur Veranstaltung Bücherverbrennung
Rathaus und Service

"Wir haben keine andere Zeit als diese..."

Musikalische Lesung mit Carola Moritz und dem Ensemble TRIAS zum Gedenktag zur Bücherverbrennung am 24. Juni
Aktionen auf dieser Seite:
Aktionen auf dieser Seite:
Waltraud Stettin Blumen
Rathaus und Service

"Blumen" - Ausstellung Waltraud Stettin

Am 18.03.2026 um 18:30 Uhr findet in der Hauptstelle der Stadtbibliothek die Vernissage der Ausstellung "Blumen" von Waltraut Stettin statt.
Aktionen auf dieser Seite:

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise