Seit dem 1. Juli 2026 laden temporäre Stadtmöbel entlang der Frankfurter Straße zum Sitzen, Ausruhen und Begegnen ein. Insgesamt stehen 14 Stadtmöbel und weitere Elemente zur Verfügung. Noch bis zum 31. Oktober 2026 können Bürgerinnen und Bürger die verschiedenen Stadtterrassen, begrünten Parklets und Radabstellanlagen nutzen und bewerten. Nach den ersten vier Wochen zieht die Stadt Neu-Isenburg eine überwiegend positive Zwischenbilanz.
Gleichzeitig nimmt sie auch die kritischen Hinweise aus der Bürgerschaft und von Gewerbetreibenden ernst.
Die Stadtmöbel werden Neu-Isenburg im Rahmen des Projekts „Straßen neu entdecken“ des Landes Hessen und der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) kostenfrei zur Verfügung gestellt. Im Stadtumbau-Fördergebiet Frankfurter Straße wird damit erprobt, wie zeitweise umgenutzte Parkplätze als Aufenthaltsflächen gestaltet werden können und welchen Beitrag zusätzliche Sitzgelegenheiten, Begrünung und Radabstellanlagen zu einer höheren Aufenthaltsqualität leisten.
Die temporären Stadtmöbel sind Teil eines Stadtlabors. Veränderungen werden nicht sofort dauerhaft umgesetzt, sondern zunächst für einen begrenzten Zeitraum im Alltag erprobt. So lässt sich beobachten, wie die Angebote angenommen werden, welche Standorte sich bewähren und was bei einer möglichen Weiterentwicklung verbessert werden sollte.
Ausgangspunkt für den Testlauf waren unter anderem die Ergebnisse der Befragung von 2025 zu den „Lieblingsorten und Unorten“ in Neu-Isenburg. Dabei hatten Bürgerinnen und Bürger darauf hingewiesen, dass es in der Frankfurter Straße an Sitzgelegenheiten, Grün und attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten fehlt. Die temporären Möbel greifen diese Hinweise auf und zeigen, wie bereits kleinere Maßnahmen zu mehr Aufenthaltsqualität beitragen können. Die Einführung von Tempo 30 auf der Frankfurter Straße unterstützt dabei ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden.
Positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft
Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen die Stadtmöbel bereits. In Gesprächen wurde insbesondere hervorgehoben, dass vor allem die Sitzmöbel eine willkommene Möglichkeit bieten, sich entlang der Frankfurter Straße kurz auszuruhen. Davon profitieren vor allem ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen ebenso wie Familien mit kleinen Kindern sowie Besucherinnen und Besucher, die beispielsweise bei einem Eis eine Pause einlegen möchten: „Hier gibt es ja sonst viel zu wenig Bänke und die Frankfurter Straße ist lang“.
Auch die über die Infoflyer eingegangenen Rückmeldungen zeigen, dass die neuen Angebote vielen Menschen positiv aufgefallen sind. Die Stadtmöbel werden als farbenfrohe Blickfänge wahrgenommen, die die Frankfurter Straße aufwerten und zum Verweilen einladen. Mehrfach wurde zudem beobachtet, dass die neuen Sitzgelegenheiten Begegnungen fördern und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Insbesondere die Parklet-Oase wird als ein Angebot begrüßt, das bislang in der Frankfurter Straße gefehlt habe.
Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein freut sich über die bisherigen Rückmeldungen: „Die ersten Reaktionen zeigen, dass viele Bürgerinnen und Bürger die neuen Aufenthaltsmöglichkeiten offen und positiv aufnehmen. Zugleich erhalten wir konkrete Hinweise dazu, was noch verbessert werden kann. Genau dafür ist dieser Testlauf da: Wir möchten gemeinsam herausfinden, welche Maßnahmen die Frankfurter Straße attraktiver und lebenswerter machen können. Ich lade daher alle Bürgerinnen und Bürger ein, die Stadtmöbel zu nutzen und uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.“
Auch Gewerbetreibende sehen einen Mehrwert
Die Resonanz der anliegenden Gewerbetreibenden fällt ebenfalls überwiegend positiv aus. Familie Kümmerle von „Kümmerle Käse & Genuss“ bewertet die Standorte als strategisch gut gewählt. Die bunten Möbel seien ein Blickfang in der Frankfurter Straße und könnten einen Mehrwert für den ansässigen Einzelhandel und die Gastronomie schaffen. Zugleich berichtet er, dass seine Kundinnen und Kunden auch über die fehlende Verschattung und die zeitweisen entfallenden Parkmöglichkeiten sprechen. Dennoch betont er: „Ich finde es schade, dass die Leute nicht verstehen, dass das eine kostenlose Möglichkeit ist und man sie einfach mal ausprobieren sollte.“
Auch aus der Buchhandlung Buch 78 kommt eine positive Rückmeldung: Viele Kundinnen und Kunden sowie vorbeigehende Passantinnen und Passanten nutzen die Möbel und halten sich dort gerne auf.
Vom Bekleidungs- und Sportgeschäft Panorama wurde berichtet, dass die Möbel auch während der Veranstaltung „Open Doors“ von zahlreichen Menschen als Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeit genutzt wurden. Erfreulich ist zudem, dass bislang keine gravierenden Beschädigungen oder Fälle von Vandalismus festgestellt wurden. Vereinzelt werden allerdings Zigarettenkippen und kleinere Abfälle zurückgelassen. Bei einer möglichen zukünftigen Umsetzung sollte daher geprüft werden, ob Abfallbehälter und Aschenbecher direkt mitgedacht werden können.
Kritikpunkte werden in die Auswertung aufgenommen
Neben viel Zustimmung gibt es auch kritische Rückmeldungen. Diese beziehen sich insbesondere auf die fünf Stellplätze, die während des Projektzeitraums als temporäre Aufenthaltsflächen genutzt werden. Die Stadt weist in diesem Zusammenhang auf das umfangreiche Parkplatzangebot in fußläufiger Entfernung zur Frankfurter Straße hin. Dazu gehören unter anderem:
der kostenlose Parkplatz am Wilhelmsplatz,
das Parkhaus in der Ludwigstraße,
das Parkhaus an der Luisenstraße/Ecke Adolf-Bauer-Straße,
das Parkhaus in der Richard-Wagner-Straße sowie
das Isenburg-Zentrum
Diese und weitere Parkmöglichkeiten sind im Stadtplan der Stadt Neu-Isenburg verzeichnet.
Ein weiterer wichtiger Hinweis betrifft die fehlende Verschattung. Gerade an heißen Sommertagen zeigt sich, dass ein Sonnenschutz die Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Stadtmöbel deutlich erhöhen würde. Auch die Barrierefreiheit einzelner Stadtterrassen wurde angesprochen. Eine kleine Rampe könnte dazu beitragen, die Angebote künftig auch für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator sowie für Familien mit Kinderwagen besser zugänglich zu machen.
Die Stadt Neu-Isenburg nimmt diese Hinweise ernst und wird sie im Rahmen der Auswertung auch an die Projektverantwortlichen weitergeben. Ziel ist es, öffentliche Aufenthaltsangebote so zu gestalten, dass sie möglichst von allen Menschen genutzt werden können.
„Ob eine Idee im Alltag funktioniert, lässt sich nicht allein am Schreibtisch beurteilen. Wenn wir neue Angebote nicht im realen Stadtraum ausprobieren, bleibt am Ende nur ein Bauchgefühl. Der Testlauf zeigt uns, wie die Stadtmöbel von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen werden, welche Standorte dafür funktionieren könnten“, erklärt Citymanagerin Ingeborg-Maria Lang
Mitmachen und Stadtmöbel bewerten
Der Testlauf läuft noch bis zum 31. Oktober 2026. Die Stadt Neu-Isenburg lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewerbetreibenden ein, die Stadtmöbel weiterhin auszuprobieren und ihre Erfahrungen mitzuteilen. Der QR-Code zur begleitenden Online-Umfrage (Öffnet in einem neuen Tab) befindet sich als Aufkleber direkt an den Möbeln.
Darüber hinaus können Rückmeldungen auf den Infoflyern notiert und in den Briefkasten an der Infostele gegenüber dem Eingang zur Fußgängerzone (vor dem REWE-Markt) eingeworfen werden. Auch eine Abgabe im Rathaus ist möglich.
Je mehr Menschen sich beteiligen, desto besser kann am Ende bewertet werden, welchen Beitrag die temporären Stadtmöbel zur Aufenthaltsqualität in der Frankfurter Straße leisten und was bei zukünftigen Maßnahmen noch verbessert werden kann.





