Stadt Neu Isenburg

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145. Geburtstag von Helene Krämer

Der Lebensweg von Helene Krämer

Helene Krämer wurde am 1. Juli 1881 in Höchst im Odenwald geboren. Der Vater starb noch vor ihrer Geburt, so dass die Mutter acht Kinder allein versorgen musste. In dieser Notsituation gab sie ihre siebenjährige Tochter Helene in die Israelitische Mädchenwaisenanstalt des Israelitischen Frauenvereins in der Frankfurter Theobaldstraße. Diese leitete Bertha Pappenheim ab 1895. Sie sorgte für die Ausbildung des begabten Mädchens und schickte sie auf das Humboldt-Lyzeum in Frankfurt am Main. Nach bestandener Abschlussprüfung studierte sie zwei Jahre lang am renommierten Pestalozzi-Fröbel-Seminar, um den Beruf der Jugendleiterin zu erlernen. Zur Vervollständigung ihrer Ausbildung absolvierte sie schließlich erfolgreich einen Haushaltslehrerinnen-Kurs.

Helene Krämer arbeitete als Erzieherin in Holland, Frankreich und in Frankfurt am Main, bis sie 1907 vom Hilfsverein der deutschen Juden nach Galizien geschickt wurde, um dort die Leitung eines Waisenhauses zu übernehmen. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, musste sie Galizien verlassen. Sie übernahm nun die Leitung des Flüchtlingsheims im Rothschild'schen Bankhaus.

Bis 1921 stand Helene Krämer danach dem Jüdischen Waisenhaus in Posen vor, bevor sie erneut nach Frankfurt zurückkehrte. Hier unterrichtete sie zunächst an der Jüdischen Haushaltungsschule in Frankfurt. Nach einem Jahr jedoch holte Bertha Pappenheim sie als ihre Stellvertreterin in die Heimleitung nach Neu-Isenburg. 19 Jahre lang – bis 1941 – arbeitete Helene Krämer danach im Neu-Isenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes. Auf Wunsch Bertha Pappenheims übernahm sie nach deren Tod am 28. Mai 1936 die Heimleitung.

Helene Krämer war die letzte jüdische Einwohnerin Neu-Isenburgs, der die Flucht aus Deutschland gelang. Ende Oktober 1941 entkam sie nach Kuba, wo sie etwa ein Jahr lang wartete, bis sich ihr schließlich die Möglichkeit eröffnete, in die USA einzureisen.

In den Vereinigten Staaten hatte Helene Krämer es schwer, beruflich Fuß zu fassen und für den eigenen Unterhalt zu sorgen, weil sie die Landessprache nicht beherrschte und bereits fast 60 Jahre alt war. Deshalb war sie zunächst auf die Unterstützung von Verwandten angewiesen. Um aber anderen möglichst nicht zur Last zu fallen, arbeitete Helene Krämer bis 1952 – damals war sie 71 Jahre alt – als Hauspflegerin. Da sie keine ständige Anstellung hatte, sondern nur in Krankheitsfällen oder zu Wochenbetten in Anspruch genommen wurde, konnte sie sich – wie sie es selbst ausdrückte – „gerade so durchhungern“.

1955 lebte Helene Krämer in einem Altersheim. Dort starb sie am 05.09.1977.

Bis 1921 stand Helene Krämer danach dem Jüdischen Waisenhaus in Posen vor, bevor sie erneut nach Frankfurt zurückkehrte. Hier unterrichtete sie zunächst an der Jüdischen Haushaltungsschule in Frankfurt. Nach einem Jahr jedoch holte Bertha Pappenheim sie als ihre Stellvertreterin in die Heimleitung nach Neu-Isenburg. 19 Jahre lang – bis 1941 – arbeitete Helene Krämer danach im Neu-Isenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes. Auf Wunsch Bertha Pappenheims übernahm sie nach deren Tod am 28. Mai 1936 die Heimleitung.

Helene Krämer war die letzte jüdische Einwohnerin Neu-Isenburgs, der die Flucht aus Deutschland gelang. Ende Oktober 1941 entkam sie nach Kuba, wo sie etwa ein Jahr lang wartete, bis sich ihr schließlich die Möglichkeit eröffnete, in die USA einzureisen.

In den Vereinigten Staaten hatte Helene Krämer es schwer, beruflich Fuß zu fassen und für den eigenen Unterhalt zu sorgen, weil sie die Landessprache nicht beherrschte und bereits fast 60 Jahre alt war. Deshalb war sie zunächst auf die Unterstützung von Verwandten angewiesen. Um aber anderen möglichst nicht zur Last zu fallen, arbeitete Helene Krämer bis 1952 – damals war sie 71 Jahre alt – als Hauspflegerin. Da sie keine ständige Anstellung hatte, sondern nur in Krankheitsfällen oder zu Wochenbetten in Anspruch genommen wurde, konnte sie sich – wie sie es selbst ausdrückte – „gerade so durchhungern“.

1955 lebte Helene Krämer in einem Altersheim. Dort starb sie am 05.09.1977.

Auf der Spurensuche von Helene Krämer

Im Jahr 2022 erreichte das Online-Gedenkbuch des ehemaligen Heims des Jüdischen Frauenbundes eine Anfrage bezüglich Helene Krämer. Bei dem Anfragenden handelte es sich um den Urgroßneffen von Helene Krämer, Rick Landman. Dieser machte sich während der Pandemie auf die Suche nach seiner Familiengeschichte und entdeckte so die Verbindung nach Neu-Isenburg. Ihm ist es zu verdanken, dass eine der von Bertha Pappenheim gefertigte Glasperlenketten in der Seminar- und Gedenkstätte ausgestellt werden kann. Darüber hinaus war es ihm möglich, das Grab von Helene Krämer ausfindig zu machen. Bis vor Kurzem war der Familie nicht bekannt, wo Helene Krämer ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Den unermüdlichen Recherchen des Urgroßneffens ist es zu verdanken, dass auch dieses Geheimnis gelüftet werden konnte. Er fand und besuchte das Grabmal 2024.

Die Geschichte von Helene Krämer wird, auch dank seiner Arbeit, immer bekannter. Unter anderem gibt es zu ihr und Emma Haas – ebenfalls eine Mitarbeiterin des Heims – eine Podcastfolge in der Reihe EXIL, des Leo Baeck Institute, New York.

Diese und weitere Lebensgeschichten finden Sie im Online-Gedenkbuch des ehemaligen Heims des Jüdischen Frauenbundes. Sonntags von 11:00 bis 14:00 Uhr, außer an Feiertagen, gibt es außerdem die Möglichkeit, die Ausstellung zu Bertha Pappenheim und dem Heim im ehemaligen Haus II zu besichtigen. Das Team freut sich auch über Besuche nach Vereinbarung außerhalb der Öffnungszeiten.

Hier können Sie den Eintrag von Helene Krämer (Öffnet in einem neuen Tab) im Online-Gedenkbuch einsehen.

Hier können Sie den Eintrag von Emma Haas (Öffnet in einem neuen Tab) im Online Gedenkbuch einsehen.

Kontaktdaten und Öffnungszeiten:

Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim (Öffnet in einem neuen Tab)

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