Mit einer besonderen Überraschung endete die jüngste Veranstaltung der True Crime Reihe im Stadtmuseum Haus zum Löwen am 5. Juni 2026: Gudrun Czerwinski, die an diesem Abend einen Vortrag über den Neu-Isenburger Serienmörder Michael Wolpert halten wollte, erhielt die Hugenottenmedaille der Stadt Neu-Isenburg.
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um den Vortrag über einen der bekanntesten Kriminalfälle der Stadtgeschichte zu verfolgen. Dass der Abend eine unerwartete Wendung nehmen würde, wusste zunächst nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten. Für Gudrun Czerwinski selbst kam die Ehrung völlig überraschend. Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein würdigte in seiner Laudatio ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für ihre heimatkundlichen Forschungen und zahlreichen Vorträge im Rahmen der Bembeltreff-Reihe.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Gudrun Czerwinski mit der Neu-Isenburger Stadtgeschichte und macht ihre Recherchen einem breiten Publikum zugänglich. Angefangen hat ihr Interesse an der Stadtgeschichte als sie mit Hilfe der Archivarin Christel Passinger im Kirchenarchiv der Marktplatzgemeinde ihre eigenen hugenottischen Vorfahren Francois Chambut und Anne Catherine Lérisse ausfindig machte. 2015 folgten intensive historische Recherchen über ihren Großvater Heinrich Staub, der ein Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde. Er wurde im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und kam dort unter ungeklärten Umständen ums Leben. Mit Unterstützung von Gudrun Czerwinski hat Gerhard Gräber unter dem Titel „Heinrich Staub, ein Neu-Isenburger nichtjüdisches Opfer der Nazischergen“, im März 2018 einen Artikel in der Stadtillustrierten „Isenburger“ veröffentlicht. Die neuesten Erkenntnisse stellte Gudrun Czerwinski in einem Bembeltreff im Stadtmuseum Haus zum Löwen vor. Auch die theoretischen Grundlagen für die beliebte historische Stadtführung zur Familie der Bärenfänger, der ersten deutschen Familie im hugenottischen Dorf, hat sie erarbeitet.
Auch die neuere Geschichte hat es ihr angetan: Für die True Crime Reihe des Stadtmuseum Haus zum Löwen arbeitet sie Kriminalfälle aus Neu-Isenburg auf und stellt sie einer immer größer werdenden Fangemeinde vor.




