Am 11. Oktober jährt sich der Todestag des Neu-Isenburger Altbürgermeisters und Ehrenbürgers Robert Maier zum 30. Mal. Fast 24 Jahre lang prägte er die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt, zunächst als Stadtverordneter, Stadtverordnetenvorsteher und später als Bürgermeister und Gründer des Vereins für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) e.V.
Neu-Isenburgs Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Herbert Hunkel, heute Ehrenvorsitzender des GHK, war über viele Jahre ein enger Wegbegleiter Robert Maiers. Das besondere Vertrauen, das beide verband, zeigte sich auch darin, dass Robert Maier ihn persönlich zu seinem Testamentsvollstrecker bestimmte. Anlässlich des Todestages von Robert Maier erinnert Herbert Hunkel mit einem Nachruf, den wir im Folgenden wiedergeben:
Erinnerungen an Robert Maier - Ein Mensch geht, doch die Erinnerung bleibt!
Robert Maier war ein Mensch der leisen Töne! Seine Heimatstadt Neu-Isenburg war sein großes Anliegen. Als Stadtverordnetenvorsteher, Bürgermeister und auch als Mitbegründer des GHK Neu- Isenburg!
Bis zur Wahl als Bürgermeister war Robert Maier von Beruf Vorsitzender Richter am Landgericht Frankfurt am Main. Der Jurist galt unter seinen Kolleginnen und Kollegen als ruhiger und besonnener Fachmann, der bei seinen Verhandlungen nach Recht und Gesetz urteilte, aber auch die menschliche Seite in seine Urteile einbezog.
Seine ehrenamtliche Tätigkeit in der Stadtverordnetenversammlung begann er 1972. Von 1973 bis 1977 war er Vorsitzender der CDU-Fraktion, am 16. April 1977 wurde er zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. In dieser Funktion war er die ausgleichende und zusammenführende Kraft zwischen den Fraktionen, was sich in vielen positiven Beschlüssen zum Wohl Neu-Isenburgs auswirkte.
Besonders gefordert war diese Fähigkeit bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 4. November 1981. Vor Beginn der Versammlung besetzten mehr als 200 Personen den Plenarsaal und demonstrierten mit Transparenten, Ästen und Gehölz gegen den geplanten Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen und den damit verbundenen Waldverlust.
Robert Maier gelang es, mit Geduld, Bestimmtheit und Überzeugungskraft die Besetzung des Sitzungssaals zu beenden und – verspätet - die Sitzung der Stadtverordneten durchzuführen.
In der Zeit seiner Tätigkeit als Stadtverordnetenvorsteher wurden zahlreiche, die Stadtentwicklung fördernde Entscheidungen getroffen wie die Erneuerung der Innenstadt mit dem Bau eines Alten- und Pflegeheims An den Platanen, der Erweiterung und Erneuerung des Waldschwimmbades, Beschlüsse zum Bebauungsplan Erlenbachaue, einer neuen Konzeption für das Stadtmuseum und den Neubau des Feuerwehrhauptstützpunktes in der St.-Florian-Straße. Auch die Verschwisterung mit der österreichischen Stadt Bad Vöslau war ihm ein besonderes Anliegen.
Mit dem Konzept „Kunst im Foyer“ ermöglichte Robert Maier ab 1983 Neu-Isenburger Künstlerinnen und Künstlern wie Ingeborg Seidel, Günter Wiegel, Hans Staiger, Helmut Fetschele und Hansmichel Gässler eine zusätzliche Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren.
Als Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg ab dem 1. Juli 1990 galt sein besonderes Anliegen dem Ausbau der Wirtschaftsförderung, der Entwicklung eines Stadtmarketingkonzepts, der Weiterentwicklung der Stadtverwaltung als bürgernahes Dienstleistungsunternehmen und der Neugestaltung des Areals Altes Stadthaus mit dem Bürgeramt als überregional vorbildliche Einrichtung!
Robert Maier schied mit Ablauf des 31. März 1996 infolge Erreichens der Altersgrenze aus dem Amt des Bürgermeisters der Stadt Neu-Isenburg aus. Am gleichen Tag wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen. Bei der Gründung des Vereins für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) e.V. am 22. Mai 1985 wurde Robert Maier zum Vorsitzenden gewählt. Nach der Wahl zum Bürgermeister legte er den Vorsitz des GHK nieder. Seine besondere Liebe und sein Herz zur Heimatstadt Neu-Isenburg dokumentierte Robert Maier in dem er testamentarisch sein Wohnhaus, seine wertvolle Münzsammlung und die qualitätsvolle Schallplattensammlung der Stadt Neu-Isenburg nach seinem viel zu frühen Tod am 11. Oktober 1996 übertrug.
Alljährlich veranstaltet der GHK Neu-Isenburg ein klassisches Jazzkonzert im Garten des Robert- Maier-Hauses als dankbare Erinnerung an den Stadtverordnetenvorsteher, Bürgermeister und GHK-Gründungsvorsitzenden. Zur Erinnerung an Robert Maier hat der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu- Isenburg (GHK) e.V. 2004 die anliegende SchriftPDF-Datei4,57 MB herausgegeben, die Interessenten gerne zur Verfügung gestellt wird (infoghk-neu-isenburgde oder 06102/33376)
Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein: „Robert Maier war ein Glücksfall für Neu-Isenburg! Das seit Jahrzehnten in Neu-Isenburg gepflegte sachliche Miteinander zum Wohl der Stadt ist auch Ergebnis von Robert Maiers Umgangskultur!“




