Stadt Neu Isenburg

Stadt Neu-Isenburg

Vorläufiger Maßnahmenplan für Zertifizierungsverfahren "StadtGrün naturnah" vorgestellt

Bereits im letzten Jahr hat Neu-Isenburg den Zertifizierungsprozess für das Label „StadtGrün naturnah“ beim Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ gestartet. Nun wird der vorläufige Maßnahmenplan um die städtischen Grünflächen naturnah zu gestalten der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis vorgelegt.

Für das Zertifizierungsverfahren wurde eine lokale Arbeitsgruppe (LAG) gegründet, die sich aus Mitgliedern der Naturschutzverbände (NABU, BUND, HGON), parlamentarischen Vertretern, den Stadtkonzernen DLB Dreieich und Neu-Isenburg AöR, Stadtwerke Neu-Isenburg GmbH und GEWOBAU sowie der Stadtverwaltung zusammensetzt.  

Im ersten Schritt wurde der Ist-Stand von den städtischen Biologen und dem DLB erfasst und bereits im Februar 2023 an die die Kommunen für biologische Vielfalt e. V. gesendet. Bei einem Ortstermin am 2. Mai wurde gemeinsam mit den Vertretern der Kommunen für biologische Vielfalt e.V. und der Neu-Isenburger Arbeitsgruppe über die Stärken und Schwächen der Neu-Isenburger Grünflächen diskutiert, um neue Ideen erweitert und ein vorläufiger Maßnahmenplan entwickelt, welcher in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt werden soll.

Der Maßnahmenplan ist in die drei Bereiche: Gärtnerisches Grün, Interaktion mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Zielsetzung und Planung gegliedert.

Im Bereich Grünflächenunterhaltung sollen beispielsweise Maßnahmen umgesetzt werden, die das Nahrungsangebot für Insekten erhöhen

  • Baumscheiben durch Ansaaten oder Staudenpflanzungen sukzessive begrünt werden
  • Frühjahrsblüher (Blumenzwiebeln und Knollen) werden mit Blumenwiesenmischung (Initialsaat) in vorhandene Rasenflächen eingebracht werden.

Gemeinsam mit dem DLB werden die städtischen Biologen auf Neu-Isenburg zugeschnittene Pflanzlisten mit heimischen insektenfreundlichen Pflanzen für die Bürgerinnen und Bürger entwickeln. Außerdem sollen Baumstandorte entsiegelt werden wie beispielsweise am Bertha-Pappenheim-Platz. Um die Frankfurter Straße kurzfristig zu begrünen, soll mobiles Grün zur temporären Begrünung oder als Zwischenlösung eingesetzt werden. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen

  • Wechselflorkübel reduzieren
  • Fledermauskästen aufhängen
  • Balkenmäher für professionelle Wiesenmahd anschaffen
  • Schulungen zum Thema Strauchschnitt
  • u.v.m.

„Die vorgestellten Maßnahmen tragen alle zur qualitativen Aufwertung des öffentlichen Raumes und gleichzeitig zu einer Stabilisierung der Artenvielfalt bei. Wir werden in allen Prozessphasen vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ begleitet. Ob Vorgartensatzung, Biodiversität auf Friedhöfen, verbindliche Grünflächenstrategie oder Festsetzungen von Maßnahmen zur Förderung des Artenschutzes, zur Erhöhung des Baumbestandes sowie zur naturnahen Gestaltung in der Bauleitplanung – dies sind alles Aspekte des Maßnahmenplanes, den wir uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben“, sagt Dirk Wölfing, Dezernent für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, Energiewende.

Für die Umwandlung von Grünflächen stehen der DLB AöR 50.000 Euro in diesem Haushaltsjahr zur Verfügung, für Baumpflanzungen weitere 25.000 Euro pro Haushaltsjahr. Zur Umsetzung von Kleinmaßnahmen wurden für den Zertifizierungszeitraum im städtischen Haushalt 2024/25 zusätzlich 20.000 Euro beantragt. Die Umsetzung der dargestellten Maßnahmen kann je nach Mittelbereitstellung erfolgen.

Seit dem 30. Juli 2020 ist die Stadt Neu-Isenburg Mitglied im Bündnis der „Kommunen für biologische Vielfalt“, dem sich aktuell 347 Kommunen angeschlossen haben. In vielen Bereichen von Neu-Isenburg wird schon jetzt die biologische Vielfalt gefördert: In der Dornhofstraße wurde zusammen mit der Ortsgruppe des NABU die Naturoase geschaffen, die nach insekten-und vogelfreundlichen Aspekten angelegt wurde und vom DLB gepflegt wird. An unterschiedlichen Standorten sind in den vergangenen Jahren Blumenwiesen neu angelegt worden, beispielsweise auf einem alten Bauplatz in der Nachtigallenstraße in Gravenbruch und an der Carl-Ulrich-Straße. Auch auf einem Teilstück des alten Spielplatzgeländes in der Wilhelm-Leuschner-Straße wurde eine Blumenwiese angesät, heimische Sträucher und Stauden gepflanzt, um Vögeln und Insekten Nahrung zu bieten. Bei herbstlichen Pflanzaktionen werden seit dem Herbst 2018 so genannte „botanische" Blumenzwiebeln gesetzt, die sich bei geeigneten Standortbedingungen von selbst vermehren und schon früh im Jahr Nektar und Pollen bieten (z. Bsp. Carl-Ulrich-Straße, Bansapark, Offenbacher Straße).

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