Alljährlich findet am 15. Oktober der internationale "Tag des weißen Stocks" statt. Er steht am Ende der "Woche des Sehens", in der blinde und sehbehinderte Menschen bundesweit in zahlreichen Aktionen auf ihre Situation aufmerksam machen.
Die Stadt Neu-Isenburg weist auf eine Aktion aus der Bürgerschaft am Donnerstag, 15. Oktober 2026, hin, die sich mit dem Thema Verkehrsinfrastruktur beschäftigt.
Um 10:00 Uhr startet vor dem Facharztzentrum an der Friedhofstraße ein Stadtspaziergang mit Lydia Zoubek, Bloggerin und aktiv beim Blinden- und Sehbehindertenbund. Eine weitere Gruppe fährt mit dem Rad entlang der Stadtgrenze zwischen Frankfurt und Neu-Isenburg, um vor Ort die Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs zu bewerten. Treffpunkt für Radfahrende ist um 10:00 Uhr auf dem P&R-Parkplatz an der S-Bahnstation Neu-Isenburg. Um ca. 11:15 Uhr treffen sich beide Gruppen zur Besprechung im Alten- und Pflegeheim an den Platanen, Lessingstraße 4. Wer am Aktionstag teilnehmen möchte, sollte sich bis zum 10. Oktober bei den Veranstaltern, zu denen auch Gisela Mauer gehört, per E-Mail unter verkehrsbegehunggmxde anmelden.
Auch die Stadt Neu-Isenburg arbeitet daran, Barrieren im öffentlichen Raum abzubauen. Ein wichtiger Baustein ist dabei der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen im öffentlichen Raum. So sollen auch die Haltestellen an der Frankfurter Straße bevorzugt barrierefrei ausgebaut werden. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Vorschlag zur Beschlussfassung vorgelegt.
Auf der Frankfurter Straße sollen die Haltestellen Stadthaus, Frankfurter Straße/Bahnhofstraße und Friedrichstraße barrierefrei ausgebaut werden. In der Planung soll außerdem geprüft werden, ob die bislang sechs Haltepositionen auf vier reduziert und die Standorte neu geordnet werden können. Mit dem Bau der geplanten Regionaltangente West sollen auch die Haltestellen entlang der Ortsdurchfahrt L3117 (Friedhofstraße/Schleussnerstraße/Carl-Ulrich-Straße) barrierefrei ausgebaut werden.
Seit 2018 werden die Bushaltestellen in Neu-Isenburg nach und nach barrierefrei umgebaut. Barrierefrei bedeutet, dass die Wartebereiche der Haltestellen angehoben werden und einen speziellen Bordstein erhalten, an den der Bus lückenlos anhalten kann, damit Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen problemlos ein- und aussteigen können. Außerdem werden für Sehbehinderte taktile Elemente angebracht, damit sie sich im Haltestellenbereich besser zurechtfinden und leichter in die Busse einsteigen können. Es handelt sich um ein Projekt, bei dem eine Förderung durch das Land Hessen nach dem Mobilitätsfördergesetz (MobFöG) beantragt wird.
Von den Bushaltestellen im Stadtgebiet wurden bereits 52 barrierefrei umgebaut. Davon befinden sich vier in Zeppelinheim, acht in Gravenbruch und weitere in der Kernstadt. 45 Haltestellen sind noch nicht barrierefrei ausgebaut. Zuletzt wurden 2025 die Bushaltestellen in der Dornhofstraße/AirPlus Süd- und Nordseite ausgebaut.
Darüber hinaus wird das Thema Barrierefreiheit bei Planungen und Veränderungen im öffentlichen Raum grundsätzlich mitgedacht.
Pierre Fontaine, Dezernent für Inklusion und Barrierefreiheit: „Barrierefreiheit entsteht nicht mit einer einzelnen Maßnahme. Wir müssen bei der Entwicklung unserer Stadt immer wieder die Perspektive der Menschen einnehmen, für die vermeintlich kleine Hindernisse im Alltag zu Barrieren werden. Wir haben uns auf den Weg gemacht, diese zu beseitigen.“


