Schutzmaßnahmen für die Zauneidechse
Da die Tiere streng geschützt sind, wurden Maßnahmen durchgeführt, die die ökologische Funktion von Fortpflanzungs- und Rückzugsflächen bereits vor der Erschließung sicherstellen. Diese sogenannten CEF-Maßnahmen (Continuous Ecological Functionality Measures) sollen den Lebensraum der Tiere dauerhaft erhalten.
Hierfür wurde eine im Gebiet liegende Ausgleichsfläche durch Sandlinsen und Totholzhaufen ergänzt. Diese Strukturen sind für die Zauneidechsen unter anderem zur Eiablage, zum Sonnenbaden und als Rückzugsorte wichtig.
Die Zauneidechsen legen ihre Eier im sandigen Boden in selbstgegrabenen Höhlen ab. Dort werden die Eier durch die Sonne ausgebrütet. Die direkt nach dem Schlupf selbstständigen Jungtiere benötigen eine gute Deckung, um vor Fressfeinden geschützt zu sein.
Lebensraum und Ernährung
Zauneidechsen bewohnen strukturreiche Flächen, Säume und Übergangsbereiche, beispielsweise an Waldrändern, in Biotopen an Straßen oder Bahngleisen, in Sandgruben, strukturreichen Gärten und naturnahen Gebieten. Auch Bereiche entlang von Zäunen können geeignete Lebensräume darstellen.
Die Tiere bevorzugen trockene und sandige Gebiete, sind bei der Wahl ihres Lebensraums jedoch vergleichsweise anspruchslos, solange eine hohe Strukturgüte vorhanden ist.
Gefährdet sind Zauneidechsen insbesondere durch den direkten Verlust von Lebensräumen durch Bebauung, den Verlust von Säumen sowie durch eine zu intensive Pflege.
Zauneidechsen ernähren sich von verschiedenen Insekten, Spinnen, Würmern und Nacktschnecken. Eine insektenfreundliche Anlage und Pflege der Flächen ist daher für die Ernährung der Tiere von großer Bedeutung.
Lebensweise und Fortpflanzung
Die ortstreuen und tagaktiven Zauneidechsen sind etwas mehr als die Hälfte des Jahres aktiv. Die übrige Zeit verbringen sie an frostgeschützten Stellen, beispielsweise in Erdspalten.
Die Männchen verlassen ihre Winterquartiere im März oder April und beenden ihre Aktivität häufig bereits im August. Die Weibchen kommen etwa zwei bis drei Wochen später aus ihren Winterquartieren.
In der Paarungszeit sind die Männchen an ihrer grünen Prachtfärbung an den Körperseiten zu erkennen. Die Paarung findet im Frühjahr statt. Trächtige Weibchen sonnen sich häufig, um die Entwicklung der Eier zu fördern.
Zwischen Ende Mai und Anfang August legen die Tiere etwa 5 bis 14 weichschalige Eier einzeln in selbstgegrabene Sandlöcher. Diese werden durch die Sonne ausgebrütet. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 7 bis 10 Wochen und sind direkt selbstständig. Bis sie sich selbst fortpflanzen können, müssen die Jungtiere zwei Winter überstehen.
Schutz vor Fressfeinden
Zauneidechsen können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Als wechselwarme Tiere sind sie auf die Umgebungstemperatur angewiesen. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn sich die Tiere in der Sonne aufwärmen, bewegen sie sich langsamer und sind anfälliger für Fressfeinde wie Greifvögel, Marder, Hunde und freilaufende Katzen.
Zur Verteidigung können Zauneidechsen ihren Schwanz abwerfen. Der zappelnde Schwanz lenkt die Aufmerksamkeit des Angreifers auf sich und ermöglicht der Zauneidechse die Flucht. Der Schwanz wächst anschließend wieder nach, bleibt jedoch kürzer als der ursprüngliche Schwanz.
Rücksicht auf der Ausgleichsfläche
Das Betreten der Ausgleichsfläche zur Naturbeobachtung ist grundsätzlich möglich. Dem Schutzziel der Fläche steht jedoch eine intensive Freizeitnutzung entgegen.
Hunde, die ihrem Jagdtrieb nachgehen oder in der lockeren Erde buddeln, können für die Tiere besonders schädlich sein. Daher soll der Kernlebensraum der Zauneidechsen nicht mit Hunden betreten werden.
Auf den Ausgleichsflächen darf außerdem weder Ball gespielt noch Rad gefahren werden.
Die Ausgleichsfläche ist ein besonderer Lebensraum für die Zauneidechse und sollte nur vorsichtig und zur Naturbeobachtung genutzt werden. So können die streng geschützten Tiere dort ungestört leben und sich vermehren.
