Die diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz der AG „Erinnern und Gedenken“ der Goetheschule, die in Kooperation mit der Stadt Neu-Isenburg jährlich durchgeführt wird, fand in diesem Jahr vom 20. bis zum 25. Juni 2026 statt. Die Stadt Neu-Isenburg unterstützt die Fahrt seit 2017 mit einem Zuschuss von 9.000 Euro, um die politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit junger Menschen zu fördern. Vorbereitet, begleitet und nachbereitet wurde und wird die AG von der Lehrerin Anne Jockel und dem Lehrer Michael Langhans. Den folgenden Bericht haben zwei Teilnehmerinnen der Fahrt, Jana und Aurora, verfasst:
Im Jahre 1940 eröffneten die Nazis das Stammlager Auschwitz I, ab 1942 begannen die industriellen Tötungen im Vernichtungslager Auschwitz II. Es sind bereits 86 Jahre vergangen seit dieser gefährlichen und grausamen Zeit, aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns alle daran erinnern, damit dies nie wieder passiert.
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“, so der berühmte italienische Schriftsteller Primo Levi. Unser Kurs hat sich dafür entschieden, eine der grausamsten Zeitspannen der Geschichte genauer kennenzulernen und sich mit diesem emotional belastenden Thema auseinanderzusetzen. Während des Schuljahres haben wir uns mit Herrn Langhans intensiv auf die Fahrt vorbereitet und uns bereits in kleinen Gruppen mit verschiedenen Themen um das Lager auseinandergesetzt. Die Fahrt nach Polen der AG „Erinnern und Gedenken" begann an einem Samstag kurz vor den Sommerferien. Als erstes fuhren wir mit dem Bus nach Oświęcim (Auschwitz). Dort begannen wir die Reise am folgenden Tag mit dem Besuch des Stammlagers Auschwitz I. Während einer Führung besichtigten wir die verschiedenen Ausstellungen in den Blocks des ehemaligen Konzentrationslagers. Vor allem die Schicksale der Kinder von Auschwitz haben uns berührt. Vor der Todeswand wurde der Kranz in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus niedergelegt.
Am Abend besuchten wir erneut die Ausstellungen, diesmal ohne Führung. Während unserer Zeit in Oświęcim besuchten wir ebenfalls das Lager Auschwitz-Birkenau im Rahmen einer Führung. Die gewaltigen Ausmaße des Lagers erschütterten viele. Am Nachmittag besuchten wir einen Workshop zu verschiedenen Gegenständen im Lager und welche Bedeutung diese für manche Häftlinge hatten. Bevor wir weiter nach Krakau fuhren, besuchten wir erneut zwei Workshops zu den Fluchten aus Auschwitz und dem Individuum im Lager. Den Tag in Krakau ließen wir mit einem gemeinsamen Pierogi-Essen ausklingen.
An unserem letzten Tag der Fahrt besuchten wir im Rahmen einer Stadtführung das jüdische Viertel, die Remuh-Synagoge und die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler. Zum Abschluss aßen wir gemeinsam im Hamsa-Restaurant. Im Laufe des nächsten Schuljahres werden wir uns in der Nachbereitung mit Frau Jockel weiterhin mit dem Thema auseinandersetzen und eine Ausstellung dazu vorbereiten.


