Wo fühlen sich die Menschen in Neu-Isenburg wohl – und wo eher nicht? Diese Frage stand im Mittelpunkt der digitalen Bürgerumfrage „Lieblingsorte & Unorte“, die im Rahmen des Stadtumbauprogramms „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ durchgeführt wurde.
Zwischen April und Oktober 2025 konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung online über eine Mitmachkarte abgeben. Insgesamt wurden 250 Orte markiert – darunter 103 Lieblingsorte und 147 Unorte. Zwar ist die Umfrage nicht repräsentativ, liefert aber ein gutes Stimmungsbild zur aktuellen Lebensqualität in der Innenstadt.
Als Lieblingsorte gelten vor allem schöne, gepflegte und lebendige Plätze, an denen sich die Menschen gerne aufhalten. Besonders beliebt ist der Alte Ort mit seinen Gassen, er wird als charmant, gemütlich und einladend beschrieben. Auch Plätze mit Gastronomie, Sitzmöglichkeiten, Sauberkeit und gu ter Erreichbarkeit kamen gut an.
78 % der Lieblingsorte werden als durchweg positiv wahrgenommen – sie sind wichtige Ankerpunkte für das Leben in der Innenstadt.
Merkmale der Unorte waren meist: unordentlich, laut oder unsicher. Häufig fehlt es an Grün, Sitzgelegenheiten oder Aufenthaltsqualität. Besonders kritisch wird die Frankfurter Straße gesehen: Sie ist zwar zentral, wird aber als schmutzig, laut und wenig einladend empfunden. Auch die Bahnhofstraße, die Kreuzung Frankfurter Straße/Friedhofstraße sowie der Bereich Carl-Ulrich-Straße/Schleussnerstraße wurden mehrfach negativ bewertet – teils wegen sozialer Spannungen, teils wegen Hitze und Versiegelung.
Über 75 % der Unorte weisen gleich mehrere Probleme auf – viele Menschen fühlen sich dort unwohl oder meiden diese Orte ganz.
Ein interessantes Ergebnis der Bürgerumfrage war, dass manche Orte sowohl positiv als auch negativ bewertet wurden– je nach Tageszeit, Nutzung oder persönlichen Erfahrungen. Das zeigt: Viele Bereiche sind nicht nur gut oder schlecht, sondern haben Stärken und Schwächen. Gerade hier besteht die Chance, durch gezielte Maßnahmen Verbesserungen zu erreichen.
Die Ergebnisse aus der Umfrage sind nun Grundlage für weitere Maßnahmenfindungen innerhalb der Stadtverwaltung mit allen beteiligten Fachbereichen.
Erste Maßnahmen – etwa zur Sauberkeit und zur klimafreundlichen Gestaltung – wurden bereits 2025 umgesetzt. Die große Reinigungskation in der Fußgängerzone im Mai 2025 war eine gemeinsame Initiative der Stabsstelle Stadtsauberkeit, der Wirtschaftsförderung, der City-Managerin Ingeborg Maria Lang, der IG City, des NABU und der Neu-Isenburger Schulen.




