Stadt Neu Isenburg

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Der Ameisenbläuling in der Erlenbachaue

Ameisenbläuling - Phengaris nausithous, Syn.: Maculinea nausithous

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous), der als Schmetterling des Jahres 2026 ausgezeichnet wurde, ist ein stark gefährdeter Tagfalter mit sehr speziellen Lebensraumansprüchen. Er benötigt feuchte, extensiv genutzte Wiesen mit dem Großen Wiesenknopf sowie bestimmte Knotenameisen, da seine Raupen einen Teil ihrer Entwicklung in Ameisennestern verbringen. Solche Lebensräume sind selten geworden, da viele Flächen entwässert, intensiv gemäht, brach liegen oder bebaut werden. Deshalb gilt die Art als stark gefährdet und steht unter strengem Naturschutz.

Der Ameisenbläuling ist etwa 3 cm groß. Die Männchen besitzen eine bläulich schimmernde Oberseite, während die Weibchen eher braun gefärbt sind. Charakteristisch sind die dunklen Punkte auf der Flügelunterseite. 

Besonders außergewöhnlich ist sein Lebenszyklus: Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an den Großen Wiesenknopf, eine Pflanze feuchter Wiesen. Die Raupen fressen zunächst an der Pflanze, lassen sich später zu Boden fallen und werden von den Knotenameisen in deren Nest getragen. Dort leben sie als „Pfleglinge“, ernähren sich von Ameisenbrut und überwintern, bis sie sich im Sommer zu Schmetterlingen entwickeln. 

Die Erlenbachaue Neu-Isenburg ist ein geschütztes FFH-Gebiet und bietet grundsätzlich geeignete Bedingungen für seltene Wiesenarten. In früheren Kartierungen wurde dort auch der Ameisenbläuling nachgewiesen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass es derzeit weiterhin ein bestätigtes Vorkommen in der Erlenbachaue gibt. An anderen Stellen in Hessen sind die Vorkommen erloschen.

Als Gründe werden Veränderungen im Lebensraum vermutet, zum Beispiel eine veränderte Wiesenpflege oder das Fehlen aller notwendigen Voraussetzungen gleichzeitig (Wiesenknopf, Ameisen und passende Nutzung). 

In der Erlenbachaue, der ein wichtiger Naturschutzraum ist, treffen all diese Voraussetzungen zu. Durch gezielte Pflege und Schutzmaßnahmen wird sie langfristig ein geeigneter Lebensraum für den Ameisenbläuling bleiben. Der Ameisenbläuling steht damit auch in Neu-Isenburg stellvertretend für den Schutz artenreicher Wiesen und zeigt, wie empfindlich spezialisierte Tierarten auf Veränderungen reagieren.

Fazit: Der Ameisenbläuling ist ein faszinierender Schmetterling mit einer einzigartigen Beziehung zu Pflanzen und Ameisen. Sein Schutz ist wichtig, um die biologische Vielfalt auch in unserer Region langfristig zu bewahren.

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