Stadt Neu Isenburg

Stadt Neu-Isenburg

Menschenrechte wahren

Fortbildung Menschenrechte

In der Arbeit mit Jugendlichen sind die Mitarbeitenden der Jugendförderung und Schulsozialarbeit mit vielfältigen Themen befasst. Eines davon ist auch die Genitalverstümmelung/-beschneidung. Darunter versteht man die teilweise oder vollständige Entfernung oder Verletzung der äußeren Genitalien der Frauen. Bei dieser Praxis handelt es sich um eine massive Menschenrechtsverletzung. Daher ist es wichtig frühzeitig zu erkennen, ob die körperliche Unversehrtheit von Frauen und Mädchen in Gefahr ist und zu handeln.

Dies ist auch ein Anliegen von Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein: „Der Schutz der Menschen in unserer Stadt ist uns wichtig und alle haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Durch die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden leistet die Stadt Neu-Isenburg einen Beitrag zum Wohle unserer Mitbürgerinnen.“

Weibliche Genitalbeschneidung weltweit und in Deutschland

Die Annahme, weibliche Genitalbeschneidung sei in Deutschland kein Thema, ist leider falsch. Weltweit sind laut Plan International 230 000 000 Millionen Mädchen, in Deutschland etwa 104 000 Mädchen und Frauen betroffen (Terre des Femmes). Weitere vier Millionen gelten laut UNICEF (2020) als gefährdet, davon geschätzte 17 000 in Deutschland. Nähere Informationen bietet die Broschüre von Plan International e. V., die auf ihrer Webseite zum Download zur Verfügung steht.

Nach deutschem Recht ist die Durchführung einer weiblichen Genitalverstümmelung ein Straftatbestand nach § 226a Strafgesetzbuch (StGB). Wer eine weibliche Genitalverstümmelung durchführt, dem drohen bis zu 15 Jahre Gefängnisstrafe. Strafbar macht sich auch, wer einer anderen Person im In- oder Ausland hilft, eine weibliche Genitalverstümmelung durchzuführen. Genauer informiert hierrüber gibt der „Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung“ der Bundesregierung. Darüber hinaus dient er vor allem dem Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung in den Herkunftsländern während der Ferienzeiten und kann im Reisepass mitgeführt werden. Er unterstützt die Familien, sich dem gesellschaftlichen und familiären Druck in den Herkunftsländern entgegen zu stellen.

Denn die Langzeitfolgen für betroffene Mädchen und Frauen sind nicht nur körperliche, sondern auch psychologische. Eine Beratung von Gefährdeten und Betroffenen ist daher ein wichtiges Hilfsmittel. Auch in Hessen gibt es Beratungsangebote, die Angebote für Hilfesuchenden haben. Eine davon ist FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. in Frankfurt am Main sowie Nala e.V. in Dreieich.

Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 

Daher hat die der Fachbereich Jugendförderung und Schulsozialarbeit in Kooperation mit dem Frauen- und Gleichstellungsbüro der Stadt Neu-Isenberg, aufgrund eines aktuellen Anlasses, eine Fortbildung für alle Mitarbeitenden des Fachbereiches angeboten. Durchgeführt wurde die Veranstaltung von Plan International, die sich mit ihrer Arbeit unter anderem auf dieses Thema spezialisiert haben.

Edell Otieno-Okoth, Referentin von Plan International, verstand es, professionell über das bedrückende Thema zu informieren. Die Mitarbeitenden der Jugendförderung und Schulsozialarbeit wurden unter anderem dafür sensibilisiert, einen Generalverdacht, beispielsweise wegen der Herkunft eines Mädchens, zu vermeiden. Dennoch, so erklärte Frau Otieno-Okoth, ist es notwendig aufmerksam zu bleiben. Die Mitarbeitenden wurden geschult, mögliche Hinweise für eine bevorstehende Beschneidung zu erkennen, sowie ihren Blick darauf zu schärfen, ob ein Mädchen bereits beschnitten wurde. Denn auch die psychischen Auswirkungen, die eine Beschneidung zur Folge haben kann, sind für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen relevant.

„Fortbildungen wie diese sind unerlässlich, wenn wir einerseits für Themen sensibilisieren und gleichzeitig die Kolleginnen und Kollegen in ihrer Handlungssicherheit stärken wollen“, erklärt Silke Amrein, Fachbereichsleitung Jugendförderung und Schulsozialarbeit.

Weitere Informationen:

Plan International  (Öffnet in einem neuen Tab)

Nala e.V. (Öffnet in einem neuen Tab) 

FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. (Öffnet in einem neuen Tab)

Terres des femmes (Öffnet in einem neuen Tab)

Schutzbrief (Öffnet in einem neuen Tab)

Fortbildung über Menschenrechte
Fortbildung über Menschenrechte

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