Musikalische Lesung mit Carola Moritz und dem Ensemble TRIAS
zum Gedenktag zur Bücherverbrennung
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18:30 Uhr
18:30 Uhr Kranzniederlegung am Haus der Vereine, Offenbacher Straße 35, Neu-Isenburg
18:45 Uhr Musikalische Lesung in der ehemaligen Freizeitvilla, Richard-Wagner-Straße 2
In der Veranstaltung „Wir haben keine andere Zeit als diese“ am 24. Juni 2026 spiegelt sich die mahnende Erinnerung an die Bücherverbrennung in Nazi-Deutschland in den Texten des Programms wider.
Dabei trifft die Lyrik von Mascha Kaléko auf die Vortragskunst von Carola Moritz und die musikalischen Improvisationen des Ensemble TRIAS. Diese Begegnung von Sprache und Musik lässt auf besondere Weise das Werk der großen Lyrikerin neu lebendig werden. In gegenseitiger Befruchtung von Text und Klang wird die Poesie von Mascha Kaléko zu einem neuen Hör-Erlebnis.
Mascha Kalékos Lyrik findet so im Programm eine lebendige Form für ihren leider wieder hochaktuellen Inhalt: den Wert von Freiheit und Menschlichkeit und ihre Bedrohung durch Intoleranz und Gewaltherrschaft. Das dichterische Schaffen von Mascha Kaléko vermittelt dabei aber ebenso die Kraft des Wortes und die Bedeutung von Sprache für eine humane, freiheitliche Gesellschaft.
Eine Kooperation von Stadtbibliothek Neu-Isenburg, der Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim und der Musikschule Neu-Isenburg.
Die Veranstaltung findet im Rahmen von „Frieden im Fokus“ statt.
Über Mascha Kaléko
Im Berlin der 30er Jahre war Mascha Kaléko (1907-1975) ein „Rising Star“ der Literaturszene und wurde in einem Atemzug mit Erich Kästner und Kurt Tucholsky genannt. Als Golda Malka in Galizien geboren, erst in Frankfurt, später in Marburg und schließlich in Berlin aufgewachsen, machte sie sich als junge „moderne“, literarisch begabte Frau mit ihren Gedichten rasch einen Namen. In der NS-Zeit ins Exil gezwungen: Zuerst in Amerika mit ihrem zweiten Mann und Sohn, dann in Israel lebend, wo sie künstlerisch wie menschlich nicht wirklich heimisch werden konnte. So wurde ihre Lyrik erst spät wiederentdeckt, mit wachsendem Erfolg auch in Deutschland. Kalékos humorvoll-freche wie melancholische Texte sind zeitlos modern, nun wieder populär und vielfach gelesen wie publiziert.
Die Künstlerinnen
Carola Moritz (Sprache)
Regisseurin, Sängerin und Schauspielerin, Engagements am Theater in Esslingen, Hildesheim und Köln. Leitung Kulturhaus Frankfurt, Inszenierungen für das Ekhof-Festival im Barocktheater von Schloss Friedenstein in Gotha, die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinlandpfalz-Theater Die Katakombe Frankfurt, Compagnie en route.
Ensemble TRIAS
Susanne Resch (Saxophon)
Flötistin / Saxophonistin, Lehrkraft an der MS Frankfurt, Unterricht und Studium in Freiburg und Darmstadt; langjährige Beschäftigung mit Improvisation in Alter Musik, Folk, Jazz sowie außereuropäischer Musik (bedingt durch Reisen in Nordafrika und Asien); Konzerttätigkeit Renaissance bis Moderne, Produktionen in den Bereichen Musik-Tanz, Musik-Bildende Kunst und Musik-Text, Gründerin der JETZTMUSIK! Konzertreihe in Darmstadt.
Gabriele Stenger-Stein (Klavier)
Pianistin, Klavier- und Musikpädagogin; Studium in Frankfurt und Paris; Lehrtätigkeit an Dr. Hochs Konservatorium für Klavier, Didaktik/Methodik im Fach Klavier und Improvisation, sowie an der Musikhochschule Frankfurt. Veröffentlichungen zu musikpädagogischen Themen; Konzerttätigkeit Solo und Kammermusik; Leitung von Improvisationsworkshops. Projekte Improvisationen: „Tanz-Musik“, Text-Musik, Short-Cuts an der HfMDK Frankfurt.
Gunilda Wörner (Cello)
Cellistin, Studium in Darmstadt, seit 1990 Projekte mit Musik in freier improvisierter Form, Zusammenarbeit in Bereichen der bildenden Kunst, Sprache, Tanz und Musik. Vorsitzende der KUNSTFABRIK e. V. Darmstadt, dort Ausrichtung von Ausstellungen sowie eigene künstlerische Tätigkeit, Mitglied im Ensemble TRIAS und als Musikerin in der Lyrikergruppe QuadArt, Auftritte auch in klassischer Musik. www.kunstfabrik-darmstadt.de
Zum Gedenktag 24. Juni 1933
Am 24. Juni 1933 fand auf dem Wilhelmsplatz eine von der Neu-Isenburger NSDAP organisierte Bücherverbrennung statt. Wie in vielen anderen Städten wurde im Namen des Nationalsozialismus aufgerufen, Werke von jüdischen, liberalen, kommunistischen oder sozialkritischen Autor*innen öffentlichkeitswirksam zu vernichten. Mehr als 90 Jahre später mahnt dieses Ereignis immer noch, dass mit aller Kraft für die Freiheit des Denkens und der Kultur in einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft eingetreten werden muss.
2016 wurde als Erinnerung und Mahnung eine Gedenktafel am Haus der Vereine angebracht.



