Antisemitismus an Schulen und Hochschulen nach dem 7. Oktober: Befunde, Erfahrungen, Herausforderungen, Konsequenzen
Seit dem 7. Oktober 2023 ist in Deutschland ein signifikanter Anstieg antisemitischer Feindseligkeiten zu verzeichnen – online, im öffentlichen Raum und zunehmend auch in Bildungseinrichtungen. Schulen und Hochschulen stehen vor spezifischen Herausforderungen: antisemitische Vorfälle werden häufig verharmlost, fehlgedeutet oder nicht systematisch erfasst, während jüdische Schüler*innen, Studierende und Lehrende von Ausgrenzung, Einschüchterung und offenen Anfeindungen berichten. Der Vortrag präsentiert neue empirische Befunde aus laufenden Forschungsprojekten zu Antisemitismus im schulischen und akademischen Kontext. Im Zentrum stehen jüdische Perspektiven, Erfahrungsberichte und Erwartungen an Bildungseinrichtungen. Neben der Darstellung aktueller Entwicklungen werden besondere Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit der Thematik – insbesondere in Bezug auf notwendige Interventionen und eine verantwortliche Debattenkultur – beleuchtet. Abschließend werden konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung von Schutz, Sichtbarkeit, empowernder Bildungsarbeit und institutioneller Verantwortung diskutiert.
Referent: Prof. Dr. Stefan Müller, Frankfurt University of Applied Sciences
Prof. Dr. Stefan Müller ist Professor für Bildung und Sozialisation unter Bedingungen sozialer Ungleichheiten an der Frankfurt University of Applied Sciences im Forschungsbereich ‚Gesellschaftliches Erbe des Nationalsozialismus‘. Er arbeitet und publiziert zur politischen Bildung, soziologischen Theorie sowie zu Antisemitismus in den Kontexten Schule und Hochschule. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen „Mündigkeit in der politischen Bildung“, das er 2024 gemeinsam mit Elia Scaramuzza publiziert hat, sowie das 2025 zusammen mit Albert Scherr herausgegebene Lehrbuch „Soziologische Basics. Eine Einführung für pädagogische und soziale Berufe“.
Anmeldungen sind erforderlich unter:
E-Mail: bertha.pappenheim.hausstadt-neu-isenburgde oder
Telefon: 06102/ 241 - 754 / - 755
Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.
