„Seid Menschen!“ – Erinnerung an Margot Friedländer
Margot Friedländer wurde am 05. November 1921 in Berlin geboren. Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen, veränderte sich das Leben in Deutschland radikal. So auch für Margot Friedländer und ihre Familie. Sie selbst überlebte zunächst im Untergrund, dann das Konzentrationslager Theresienstadt und heiratete nach der Befreiung Adolf Friedländer. 1946 emigrierte sie gemeinsam in die USA. Nach seinem Tod 1997 begann Margot Friedländer sich durch das Schreiben mit ihrer Lebensgeschichte auseinanderzusetzen und veröffentlichte ihre Erinnerungen. 2008 erschien ihre Biografie „Versuche, dein Leben zu machen.“ Mit über 80 Jahren kehrte sie zurück nach Deutschland: Hier widmete sie sich intensiv dem Dialog mit jungen Menschen und teilte ihre Lebensgeschichte mit ihnen. Ihr Engagement, ein stetiger Appell. Bis zum Schluss engagierte sie sich gegen den wachsenden Antisemitismus, teilte ihre Geschichten und Erinnerungen.
Am 10. November möchten die Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim an sie erinnern. An ihre Stärke, ihren Mut und ihr unermüdliches Mahnen für die Menschlichkeit und die Demokratie. Zu Gast im Bertha-Pappenheim-Haus ist an diesem Abend Leeor Engländer. Er stammt aus einer jüdischen Familie. Seine Großeltern überlebten die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Mit Margot Friedländer verband ihn eine zwanzigjährige enge persönliche Freundschaft. Er lernte sie bereits 2005 kennen, als sie noch in New York lebte und nach Berlin kam, um ihren Dokumentarfilm „Don’t call it Heimweh“ zu präsentieren –
lange bevor sie nach Deutschland zurückkehrte und zu einer der bekanntesten Stimmen der Erinnerungskultur wurde. Über zwei Jahrzehnte begleitete er ihren außergewöhnlichen Lebensweg und ihr unermüdliches Engagement als Zeitzeugin. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Shoah, jüdischer Identität und der Verantwortung nachfolgender Generationen prägte ihre Beziehung. Bei ihrer Beisetzung im Mai 2025 hielt er die Trauerrede. Leeor Engländer ist Kuratoriumsmitglied der 2023 gegründeten Margot Friedländer Stiftung. Er publiziert regelmäßig über jüdisches Leben und Antisemitismus in Deutschland.
Anmeldungen sind erforderlich unter: E-Mail: bertha.pappenheim.hausstadt-neu-isenburgde, Telefon: 06102 / 241 - 754 / - 755
Hinweis: Vor der Abendveranstaltung findet in der Kirche am Marktplatz um 17:30 Uhr ein Gottes- dienst zum Pogromgedenken statt. Der Gottesdienst wird gestaltet von Pfarrerin Silke Henning, Kantorin Elke Meyer und Jugendlichen.