Zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft, wurden am 29. Januar, am Gedenkstein im Schindkautweg Kränze niedergelegt. An der Gedenkveranstaltung nahmen Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner, Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein und Erster Stadtrat Stefan Schmitt teil.
Am 29. Januar 1944 starben an der Stelle des heutigen Gedenksteins in der Ostgemarkung fünf jugendliche Luftwaffenhelfer, vier Kriegsgefangene und der 28-jährige Geschützführer Josef Niggel. Zwei der getöteten Schüler waren die erst 15-jährigen Isenburger Klaus-Dieter Johannsen und Gerhard Siebenborn. Die jungen Männer wurden von der Schulbank geholt und mussten ihren Dienst an den Flugabwehrkanonen leisten. Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein erinnert: „Die Welt schaut mit Entsetzen in die Ukraine, wo der Krieg bald in das fünfte Jahr geht. Mit großer Sorge blicken wir auch in den Iran, nach Israel und Palästina. Gerade jetzt ist es wichtig, Zeichen zu setzen, gegen das Vergessen und gegen menschenverachtende Kriege. Es gilt, dahin zu schauen, wo die Menschen tagtäglich um ihr eigenes Leben und das ihrer Familien kämpfen müssen. Mögen Erinnerung und Anteilnahme uns zu konstruktiven Wegen führen. Wegen, die helfen zum Frieden in der Welt beizutragen. Und den Frieden in unserem Land zu sichern.“
Über den Gedenktag am Schindkautweg
Der Gedenktag wurde auf Initiative der ehemaligen Luftwaffenhelfer alljährlich am Jahrestag des Luftangriffes eingerichtet als Mahnung gegen den Krieg und zum Gedenken der Opfer des Zweiten Weltkrieges. Sie haben sich gemeinsam mit weiteren Überlebenden für das Gedenken im Schindkautweg eingesetzt. Zum 50. Jahrestag des Bombenabwurfs wurde ein Gedenkstein gesetzt.
Am 29. Januar 1944 starben:
Die beiden Neu-Isenburger Schüler Klaus-Dieter Johannsen und Gerhard Siebenborn – beide erst 15 Jahre alt. Der Soldat Josef Niggel, 28 Jahre alt. Der Dreieichenhainer Luftwaffenhelfer Karlheinz Bayer und der 15-jährige Bruno Rüll aus Mühlheim. Der schwerverletzte Luftwaffenhelfer Heinz Gaydoul aus Langen, 16 Jahre alt, starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Getötet wurden darüber hinaus die vier sowjetischen Soldaten Simon Krasulja – 41 Jahre, Mitrophan Martschukow – 28 Jahre, Wladimir Naunow – 22 Jahre, und Nikolaij Egorow 25 Jahre alt, die hier zum Dienst an der Waffe gezwungen wurden.



