Seit Mai 2025 messen nun schon die mobilen Zählgeräte in der Fußgängerzone/Bahnhofstraße die Frequenz der Besucherzahlen. Hierzu wurden acht passive Empfänger an verschiedenen Punkten installiert. Ihre Messung basiert auf dem Empfangen von Funksignalen der mobilen Endgeräte der Passanten. Dabei registrieren die Empfänger nur rudimentäre Daten, wie das Vorhandensein eines Gerätes sowie die Dauer des Aufenthalts. Personenbezogene Daten oder IP-Adressen werden hierbei nicht erfasst. Die gemessenen Frequenzdaten werden in einem Dashboard zur Verfügung gestellt, das beim Smart-City-Manager Thomas Schulze geführt wird. Nun wurde das erste Halbjahr, von Juni bis Dezember 2025, ausgewertet.
Die Fußgängerzone konnte durchschnittlich 4.102 Besucher und Besucherinnen pro Tag aufweisen, wobei sich die Frequenz an Samstagen insbesondere in Zusammenhang mit dem Wochenmarkt deutlich erhöhte. Auch Veranstaltungen wie der musikalische Wochenmarkt und der Tag der Nationen wirkten signifikant frequenzsteigernd. Ein relevanter Anteil der Besucher verweilt nur sehr kurz in der Fußgängerzone (0-10 Minuten). Dies lässt auf viel Durchgangsbewegung schließen. Vor allem im Bereich Bahnhofstraße/Ecke Luisenstraße. Hier ist der Anteil längerer Aufenthalte gering, sodass der Erlebniszusammenhang Fußgängerzone hier unterbrochen wird. „Die Bahnhofstraße/Fußgängerzone ist kein frequenzschwacher Standort. Sie weist stabile Besucherzahlen auf und verfügt über klare Frequenzspitzen. Die Bahnhofstraße kann als Versorgungsstandort, Aufenthaltsraum und Begegnungsort verstanden werden. Diese Funktionen sollen nun stärker miteinander verzahnt werden insbesondere an frequenzstarken Tagen“, sagt Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.
Entwicklungspotenzial liegt zudem weniger in der reinen Besuchergewinnung, sondern in einer Verlängerung der Verweil-/Aufenthaltsdauer, der besseren Kopplung von Markt, Handel und Gastronomie sowie einer koordinierten Nutzung vorhandener und neuer Frequenzimpulse.
Daher werden folgende Maßnahmen vom City-Management der Stadt Neu-Isenburg empfohlen:
Frequenz strategisch nutzen
Die Samstage am Wochenmarkt zählen zu den stärksten Besuchstagen, das bedeutet er zählt als stabiler Frequenzbringer. Hier sollten eine engere Verzahnung zwischen Marktzeiten und Handelsaktionen angestrebt werden und die Beteiligung der ansässigen Betriebe sichtbar gemacht werden. Dabei muss die kommunikative Bekanntgabe dieser Tage und Aktionen gemeinsam stattfinden. Ziel ist es, den Wochenmarkt als Bestandteil der Gesamtinszenierung der Straße und nicht isoliert nach außen zu transportieren. Öffnungszeiten sollten daher an die gut frequentierten Zeiten angepasst werden. Eine Bespielung und Belebung der Bahnhofstraße Ecke Luisenstraße würde hier weitere positive Effekte zur Gesamtinszenierung der Fußgängerzone beitragen. Denkbar wäre die Schaffung einer sichtbaren, nutzbaren Aufenthaltsinsel zur Schaffung eines durchgängigen Aufenthaltsbandes in der Fußgängerzone. Möglich wären z.B. ein Bücherschrank, Sitzinseln sowie temporäre Kunst-, Gestaltungs- und Spielelemente sowie kleine Markt- oder Pop-up-Stände auch am Mittwoch im Rahmen des Mini-Mittwoch-Markts. Mit einer Weiterentwicklung könnte der Mini-Mittwochs-Markt als zweiter Zeitpunkt unter der Woche zur gezielten Belebung genutzt werden. Es ist ratsam die Öffnungszeiten der anliegenden Betriebe in einer ersten Pilotzeit anzupassen. Eine gemeinsame Kommunikation verstärkt hierbei die Etablierung als festes Event in der Woche.
Veranstaltungsstrategie gezielt weiterentwickeln
Die Analyse der Daten zeigt, das Veranstaltungen messbare Effekte auf die Besucherzahlen haben. Daher sollte das ganze Jahr hindurch klar definierte Frequenzanker in Form von Veranstaltungen aufgebaut werden. Es ist zudem wichtig strategisch positionierte, wiederkehrende Formate zu etablieren. Damit diese Formate auch gelingen können, ist eine verbindliche Beteiligung von Handel, Gastronomie und IG City e.V. sowie eine analoge und digitale gemeinsame Kommunikation wichtig.
Kooperation strukturell Verankern
Eine nachhaltige Entwicklung der Bahnhofstraße erfordert eine kontinuierliche Abstimmung. Daher ist eine Fortführung regelmäßigen Austauschs zwischen IG City e.V., Handel, Gastronomie und Citymanagement als zentrale Plattform notwendig. Die Stärke der Bahnhofstraße liegt in der Summe ihrer Akteure.
Gestaltungsleitfaden wirksam machen
Insbesondere bei einem hohen Anteil der Kurzaufenthalte entscheidet die visuelle Qualität von Schaufenstern, Außenbestuhlung und Werbeanlagen in wenigen Sekunden, ob der Passant verweilt oder weitergeht. Daher ist es wichtig, besonderes Augenmerk auf die Umsetzung des bereits bestehenden Gestaltungsleitfaden zu legen. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit den Akteuren selbst gelingen. Ziel ist ein einheitliches und qualitativ hochwertiges Erscheinungsbild, das langfristig zu einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität beiträgt und die Impulswirkung bei kurzen Aufenthalten verbessert. Daher sollte die Gestaltung als gemeinsamer Qualitätsanspruch etabliert sein, nicht nur als administrative Aufgabe, sondern um das größtmögliche Umsetzungspotenzial zu erreichen. Insgesamt wird dadurch die Wahrnehmung der Straße als zusammenhängender Ort weiter gestärkt. Durch praxisorientierte Informationsveranstaltungen mit Best-Practice-Beispielen, individuelle Beratung und Hinweise mit gemeinsamer Begehung zu genehmigungsfreien Gestaltungsmöglichkeiten sowie durch positive Sichtbarmachung guter Beispiele soll dies erreicht werden.
„Abschließend ist zu sagen, dass die Passantenfrequenzzählung zeigt, dass die Frequenz in der Fußgängerzone da ist und es nun darum geht, diese klug zu nutzen. Daran arbeiten wir kontinuierlich mit dem Citymanagement und allen Akteuren“, so Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.



