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Poesie und Musik erinnern an Bertha Pappenheim am 28. Mai

Mit Poesie und Musik soll am 28. Mai, ab 18:00 Uhr, an den 90.ten Todestag von Bertha Pappenheim erinnert werden. Der Eintritt zur Veranstaltung des ffk. Forum zur Förderung von Kunst und Kultur in Neu-Isenburg e.V. in Kooperation mit der Stadt Neu-Isenburg ist frei. Um Voranmeldung  per E-Mail wird gebeten.

Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung auf dem Gelände der Zeppelinstraße 10 statt, vor dem Bertha-Pappenheim-Haus.

Frankfurter Theatermacherin und Sprecherin Judith Altmeyer
Frankfurter Theatermacherin und Sprecherin Judith Altmeyer

Die Frankfurter Theatermacherin und Sprecherin Judith Altmeyer beschäftigte sich seit 2025 im Zuge der Produktion „Ich bin kein Fall“ (Eleganz aus Reflex) intensiv mit der Biographie, den Texten und dem Erbe Bertha Pappenheims. Sie wird eine Auswahl ihrer Texte und Gedichte vorlesen sowie einen Einblick in das facettenreiche Leben Pappenheims geben, die als jüdische und feministische Aktivistin nachhaltig die Frankfurter und Neu-Isenburger Stadtgeschichte prägte.

Klarinettist Roman Kuperschmidt
Klarinettist Roman Kuperschmidt

Musikalisch wird der Abend von dem Klarinettisten Roman Kuperschmidt und Band gestaltet. Seine Klezmer-Musik entführt in die jüdisch-europäische Klangwelt voller Wärme, Melancholie, Zartheit und Lebensfreunde. Sie eröffnet einen Zugang zur Musik im wahren Sinne der Bedeutung des Wortes Klezmer, was „Schlüssel zur Melodie“ bedeutet.    

Bertha Pappenheim
Bertha Pappenheim

Über Bertha Pappenheim

Bertha Pappenheim wurde am 27. Februar 1859 in Wien geboren. Sie gilt als eine der wichtigsten Akteurinnen der historischen Frauenbewegung des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie ist die Mitbegründerin zahlreichern Institutionen, die sich bis heute etabliert haben. 

Als Bertha Pappenheim am 28. Mai 1936 in Neu-Isenburg nach längerer Krankheit im Alter von 77 Jahren stirbt, ist es jüdischen Kreisen bewusst, dass mit ihr „eine der stärksten Persönlichkeiten des deutschen Judentums“ (Leo Baeck) verschieden ist. „Ein großer jüdischer Mensch, dass mit ihr ein Leben erloschen ist, wie es das Judentum unter den tief veränderten Lebensbedingungen in Generationen nicht mehr hervorbringen wird“ (Margarethe Susman).

Leo Baeck war es auch, der nach dem Holocaust die erste überregionale Ehrung für Bertha Pappenheim in der Bundesrepublik Deutschland initiierte: 1954 mit der Herausgabe der Sonderbriefmarke für Bertha Pappenheim in der Reihe „Helfer der Menschheit“. Anlässlich des 100. Geburtstages von Bertha Pappenheim erschien die Publikation von Dr. Dora Edinger „Bertha Pappenheim. Leben und Werk“ im Frankfurter Ner Tamid Verlag (1963). Dieses Buch wurde Grundlage für alle weiteren Publikationen über Bertha Pappenheim.

Das Jüdische Museum Frankfurt hat den Platz vor dem Neubau nach Bertha Pappenheim benannt. Die Adresse des Jüdischen Museums Frankfurt ist der Bertha-Pappenheim-Platz 1. 

Heim des jüdischen Frauenbundes
Heim des jüdischen Frauenbundes

Im Jahr 1904 gründete Bertha Pappenheim gemeinsam mit Sidonie Werner (1860-1932) den Jüdischen Frauenbund. Drei Jahre später wurde am 25. November 1907 das Heim des Jüdischen Frauenbundes – ein Schutzraum für gefährdete Mädchen und unverheiratete Frauen – in Neu-Isenburg eröffnet. Initiatorin und Leiterin der Einrichtung war Bertha Pappenheim.

 

Briefmuster des Hauses des jüdischen Frauenbundes Neu-Isenburg
Briefmuster des Hauses des jüdischen Frauenbundes Neu-Isenburg

Mit einem Satz fasste Bertha Pappenheim das gesamte Konzept des Heims zusammen.  
Der Satz, der auf allen Briefbögen des Hauses des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg zu lesen war, und die Aufgabe der Einrichtung zusammenfasst, lautet: „Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg ist für das ganze Deutsche Reich ein nach traditionellen Grundsätzen geführtes Erziehungsheim für SCHULKINDER, eine hauswirtschaftl. Ausbildungsstätte für SCHULENTLASSENE, Schutz für SCHWANGERE und MÜTTER, Pflegestelle für SÄUGLINGE und KLEINKINDER (eheliche und uneheliche). / Das Heim vermeidet alles Anstaltsmäßige und hat durchaus FAMILIENCHARAKTER.“
Die Einrichtung wurde 1942 unter der nationalsozialistischen Herrschaft zwangsweise aufgelöst.

Heute befindet sich in dem ehemaligen Haus II des Heims die Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim, die mit einer Dauerausstellung an das Leben und Werk Bertha Pappenheims erinnert. Regelmäßig finden Vorträge zu Aspekten jüdischen Lebens und jüdischer Kultur statt, sowie Themenreihen über Nationalsozialismus, Erziehung, den christlich-jüdischen Dialog und Frauenrechte. Außerdem ist auf dem Areal eine Kindereinrichtung untergebracht.

Über ein Online-Gedenkbuch (Öffnet in einem neuen Tab) recherchiert die Stadt Neu-Isenburg die Schicksale der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner, das von der Historikerin Dr. Heidi Fogel erstellt wurde. Die Datengrundlage waren Namenslisten, die im Neu-Isenburger Stadtarchiv und umfangreiche Archiv- und Internetrecherchen. Seit 2010 ist das Gedenkbuch online und wird seitdem ständig aktualisiert. Aus zunächst 471 Datensätzen sind inzwischen über 770 geworden. 

Seminar- und Gedenkstätte  Bertha Pappenheim
Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim

Das Gedenkbuch entwickelte sich über Recherchen der Bearbeiterin weiter, vor allem aber über Anfragen und Mitteilungen, die Überlebende und ihre Familien, Historikerinnen und Historiker, Stiftungen oder Initiativen über den Kontaktlink der Webseite stellen. Die Kooperationspartnerinnen und -partner forschen überwiegend zu Einzelpersonen, Einrichtungen oder Gemeinden oder bereiten Stolpersteinverlegungen vor. Die Übersetzung des Gedenkbuchs ins Englische hat den Austausch stark belebt, denn die meisten Anfragen, insbesondere die von Angehörigen ehemaliger Heimbewohnerinnen und Heimbewohner, kommen nicht aus Deutschland, sondern aus den USA, aus England und aus Israel. Das Gedenkbuch wird von der Kunsthistorikerin Esther Erfert betreut.

Weiterführende Literaturempfehlungen  

  • Jensen, Ellen M.: Streifzüge durch das Leben von Anna O./Bertha Pappenheim, Frankfurt/M.: ztv-Verlag, 1984. 
  • Kugler, Lena und Koschorke, Albrecht (Hrsg.): Bertha Pappenheim (Anna O.) Literarische und publizistische Texte, Wien: Turia + Kant, 2002. 
  • Heubach, Helga: Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg, 1907 bis 1942, im Auftrag des Magistrats der Stadt Neu-Isenburg, Neu-Isenburg, 1986. 

  • https://gedenkbuch.neu-isenburg.de/ (Öffnet in einem neuen Tab)

Kontakt:

Magistrat der Stadt Neu-Isenburg
Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim (Öffnet in einem neuen Tab)
Zeppelinstraße 10, Neu-Isenburg

Öffnungszeiten:
Sonntag 11:00 bis 14:00 Uhr und nach Vereinbarung

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