Stadt Neu Isenburg

Rathaus und Service

Wespen und Hornissen

Mit den sommerlichen Temperaturen beginnt wieder die Hochsaison für Wespen und Hornissen. Die Stadt Neu-Isenburg erhält regelmäßig Anfragen zu Nestern an Häusern, auf Balkonen oder in Gärten. Doch in den meisten Fällen besteht kein Grund zur Sorge. Die Tiere erfüllen eine wichtige Aufgabe im Naturkreislauf und stehen unter Naturschutz. 

Wespen oder Honigbienen sind nicht aggressiv, sondern reagieren nur bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Störungen am Nest erfolgen. Von den elf heimischen Wespenarten werden lediglich zwei, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, dem Menschen regelmäßig lästig. Sie interessieren sich für süße Getränke und Speisen beim Grillabend oder Kaffeekränzchen auf der Terrasse. Dabei interessieren sich die Tiere zu Sommerbeginn vor allem für proteinhaltige Speisen um ihre Brut zu ernähren, während im Spätsommer eher zuckerhaltige Kost den eigenen Bedarf deckt. Außerdem bauen sie ihre Nester gerne in dunklen Hohlräumen, beispielweise auch in Rollladenkästen, unter dem Dach oder in Erdlöchern im Garten. Die übrigen heimischen Arten jagen überwiegend andere Insekten und meiden den Menschen. 

Wer im Freien isst oder trinkt, kann mit einfachen Verhaltensregeln Wespenstiche vermeiden. Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren und nicht nach den Tieren zu schlagen, denn schnelle Bewegungen werden als Bedrohung angesehen. Auch auf das Anpusten reagieren die Tiere meist aggressiv. Trinkgefäße und Speisen sollten im Freien immer abgedeckt werden. Bei kleinen Kindern ist es sinnvoll, Gesicht und Hände von Speiseeisresten, Schokolade oder sonstigen süßen Snacks zu befreien, damit die Wespen auf Nahrungssuche die Kinder nicht direkt anfliegen. Um die Wespen von der Kaffeetafel fernzuhalten, lohnt es sich eine Schale mit Obst in einiger Entfernung aufzustellen, so dass die Tiere dieses anfliegen. 

Ein Stich ist zwar schmerzhaft aber nur für sehr wenige Menschen gefährlich. Diese Personen zeigen allergische Reaktionen und sollten immer ein Notfallset griffbereit haben. Allgemein helfen gegen Stiche Kühlung. Treten nach einem Stich Atemnot, starke Schwellungen oder Kreislaufprobleme auf, ist umgehend der Rettungsdienst zu verständigen. 

Nicht jedes Wespennest muss entfernt werden. Denn im Herbst stirbt der Wespenstaat ohnehin langsam ab. Nur die befruchteten Königinnen überwintern an geschützten Plätzen an anderer Stelle. Die Nester können daher nach dem Winter gefahrlos entfernt werden. 

Alle übrigen heimischen Wespenarten bauen frei hängende Papiernester. Diese Arten haben nur andere Insekten als Beute und kein Interesse an unseren Speisen. Solange man die Nester in Ruhe lässt, gibt es keinen Grund zur Sorge. Auch diese Arten geben im Herbst ihre Nester auf und können im Winter gefahrlos entfernt werden.

Alle unsere Wespenarten stehen unter allgemeinem Naturschutz. Die Europäische Hornisse sowie Hummeln und alle Wildbienenarten stehen sogar unter speziellem Artenschutz.  Das Entfernen oder Umsiedeln eines Nestes ist daher nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und benötigt eine Ausnahmegenehmigung. Zuständig hierfür ist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach.

Die Asiatische Hornisse  

Zunehmend werden auch in Südhessen Nester der Asiatischen Hornisse gemeldet. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art ist etwas kleiner als die einheimische Hornisse. Ihr Körper ist überwiegend schwarz, der Hinterleib hat nur wenige gelb-orangene Binden, die Beine sind auffällig gelb gefärbt. Sie stellt insbesondere für Honigbienen eine Gefahr dar. 

Die invasive Art wurde bis Mitte 2025 im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörden entfernt, da sich die Art in der Ausbreitung befand. Seither gilt die Art als etabliert, und wird von den Behörden nicht mehr bekämpft. Die Art wird nun wie die heimischen Wespen behandelt: Zuständig für die Entfernung eines Nestes ist der Grundstückseigentümer, die Entfernung ist nicht zwingend vorgeschrieben, aufgrund des Einflusses der Asiatischen Hornisse auf die lokale Insektenvielfalt jedoch sinnvoll. Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt oder vermutet, sollte dieses nicht eigenständig entfernen, sondern sich an einen Schädlingsbekämpfer seiner Wahl wenden.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat für die Art eine Meldeplattform (Öffnet in einem neuen Tab) eingerichtet, bei der man Standorte der Art (mit Bildbeweis) melden kann.

 

Auch interessant

Ein Waschbärenpärchen lehnt sich an einem Rohr oder Stamm fest
Rathaus und Service

Waschbären - Handlungsempfehlungen für eine friedliche Koexistenz

Verhaltensregeln und Maßnahmen
Aktionen auf dieser Seite:
Label Stadtgrün naturnah
Rathaus und Service

Neu-Isenburg bewirbt sich um Rezertifizierung für „StadtGrün naturnah“

Weitere Maßnahmen für die biologische Vielfalt in der Stadt
Aktionen auf dieser Seite:
Schmetterling auf einer roten Blüte
Rathaus und Service

Nachhaltigkeits- und Biodiversitätspreis 2026

Jetzt mitmachen zum Motto: Pflanzkästen, Balkone und Terrassen Insekten- und/oder vogelfreundlich gestalten
Aktionen auf dieser Seite:
Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
Rathaus und Service

Wertvolle Naturräume und Naturschutzgebiete rund um Neu-Isenburg

22. Mai Internationaler Tag der biologischen Vielfalt
Aktionen auf dieser Seite:

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise