Seit mehr als 20 Jahren baut Martina Schuder Brücken zwischen Menschen, Städten und Ländern. Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Vorstand des Förderverein Städtepartnerschaften und Europäische Begegnungen Neu-Isenburg wurde sie nun mit der Hugenottenmedaille ausgezeichnet.
In der Magistratspressekonferenz am 17. Juni würdigte Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein ihren besonderen Beitrag für den europäischen Austausch und die Städtepartnerschaften der Stadt Neu-Isenburg.
„Martina Schuder ist seit vielen Jahren eine Botschafterin unserer Stadt. Mit großem Engagement, Herzlichkeit und Organisationstalent prägte Sie die Begegnungen mit unseren Städtepartnerschaften. Sie war die erste Ansprechpartnerin für viele Gäste aus den Partnerstädten und hat Brücken zwischen den Menschen gebaut. Sie hat dazu beigetragen, dass aus offiziellen Kontakten echte Freundschaften geworden sind“, bedankt sich Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.
Seit den ersten Gründungstagen des Städtepartnerschaftsvereins in 2003 hat Martina Schuder zunächst als Vorstandsmitglied, seit 2017 als Vorsitzende, dazu beigetragen, die Beziehungen zu den Partnerstädten mit Leben zu füllen. Zahlreiche Besuche, Begegnungen und Jubiläumsfeiern tragen ihre Handschrift. Darüber hinaus standen sie und ihre Familie immer als herzliche Gastgeber bereit.
Während ihrer Zeit im Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins fielen große Feste und Rückverschwisterungen. Ein Höhepunkt war sicherlich das Europafest 2024, das anlässlich des Stadtjubiläums 325 Jahre Neu-Isenburg sowie des 55. Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Neu-Isenburgs französischen Partnerstädten Andrézieux-Bouthéon und Veauche und des 45. Jubiläums der Rückverschwisterung mit der österreichischen Partnerstadt Bad Vöslau gefeiert wurde. Aber auch die Städtepartnerschaftsjubiläen wie zuletzt 50 Jahre Dacorum (2025) Jahre oder Veauche (2019) wurden organisiert.
Darüber hinaus gab es regelmäßige Arbeitstreffen zur Zukunft und Bedeutung der Städtepartnerschaften, zum Beispiel 2022 in Andrézieux-Bouthéon, mit Delegationen aus Neu-Isenburg sowie den Vertreterinnen und Vertreter der Partnerstädte von Andrézieux-Bouthéon aus Spanien, Portugal, Moldawien, England und Italien.
Martina Schuder ging es bei ihrer Arbeit stets um mehr als offizielle Kontakte: Im Mittelpunkt standen die Menschen, die Gastfreundschaft und die Freundschaften, die über die Ländergrenzen hinweg entstanden sind. Es gab viele Begegnungen mit Gästen aus den französischen Partnerstädten Andrézieux-Bouthéon und Veauche. Regelmäßig wurde der Stand zum Kuchenfest in Weida organisiert, Gäste zum Lumpenmontag, zum Weinfest oder zum Weihnachtsmarkt in Neu-Isenburg eingeladen und bewirtet.
Mit großem persönlichem Einsatz hat Martina Schuder gemeinsam mit ihrem Vorstandsteam, zu dem ihr Stellvertreter Florian Bralo und die Schatzmeisterin Ute Marschalk gehörte sowie der ganze Verein für Städtepartnerschaften dazu beigetragen, dass die Städtepartnerschaften lebendig geblieben und weiter gewachsen sind.
Ende 2025 wurde dann der Staffelstab an ein neues Vorstandsteam übergeben. Der neue Vorstand um den Vorsitzenden Günther Marx und seine Stellvertreterin Bettina Blüchardt können auf die erfahrene Schatzmeisterin Ute Marschalk vertrauen. Neuer Schriftführer ist der bisherige Beisitzer Thilo Seipel. Die Beisitzerinnen sind Rachel Copley, Andrea Herweg, Serpil Sarikaya und Sabine Witzig.
Städtepartnerschaften in Kurzfassung
Die beiden ältesten Städtepartnerschaften verbinden Neu-Isenburg mit den französischen Städten Andrézieux-Bouthéon und Veauche. Diese wurden anlässlich der Feierlichkeiten zur 75-jährigen Verleihung der Stadtrechte am 30. August 1969 in der Hugenottenstadt besiegelt. Mit den beiden an der Loire, unweit der Universitätsstadt Saint-Étienne, gelegenen Nachbarstädten pflegen Neu-Isenburger Vereine, Kirchen, Schulen und die städtischen Gremien seither einen intensiven Austausch.
1975 folgte die Verschwisterung mit dem englischen Hemel Hempstead, das mit Rahmen einer Gebietsreform mit sechs weiteren Städten zu Dacorum Borough zusammengeschlossen wurde. Nach einem anfänglich sehr regen Austausch, insbesondere zwischen den Sportvereinen der beiden Städte sowie großen englischen Wochenenden in Neu-Isenburg und deutschen Wochenenden in Darcorum Borough, gibt es heute leider nur noch sehr sporadische Begegnungen.
Das österreichische Bad Vöslau war schon lange vor der offiziellen Städtepartnerschaft im Jahr 1978 ein beliebtes Urlaubsziel vieler Reisender aus Neu-Isenburg. Das ist bis heute so geblieben. Die Kurstadt in der Nähe von Wien ist für ihr Mineralwasser ebenso bekannt, wie für den guten Vöslauer Wein. Selbstverständlich waren Winzer aus der Stadtgemeinde bei jedem der bislang 30 Weinfeste auf dem Rosenauplatz mit einem Stand zu Gast und dieser gehört immer zu beliebtesten Anlaufstellen des Festes.
Schon kurz nach dem Mauerfall entstanden die ersten Kontakte nach Weida - am 20. Oktober 1990 wurde die Stadt in Thüringen, Neu-Isenburgs vierte Partnerstadt. „Die Wiege des Vogtlandes“ liegt inmitten des Thüringer Waldes und kann ihre über 800-jährige Stadtgeschichte in einem Museum erzählen, das in der beeindruckenden Osterburg untergebracht ist. Bekannt ist die Stadt für ihre besondere Tradition des Kuchenbackens mit dem traditionellen Kuchenmarkt am ersten Septemberwochenende. Ein Fest, das auch Gäste aus Neu-Isenburg immer wieder gerne besuchen.
Am 3. Juli 2010 kam die jüngste Partnerstadt Neu-Isenburgs hinzu - das italienische Chiusi, das seine Ursprünge bis in das zweite Jahrtausend vor Christi zurückverfolgen kann. Die Stadt liegt ganz im Süden der Provinz Siena an der Grenze zu Umbrien. Für alle an Geschichte, Sagen und Tradition Interessierten ist die Etruskerstadt ein ideales Reiseziel. Das Besondere an dieser Städtepartnerschaft ist eine „Dreiecksbeziehung“ – Chiusi ist auch mit Andrézieux-Bouthéon verschwistert.






